(der Originaleintrag erschien auch unter http://blogs.technet.com/frankoch)

Im Juni war ich nämlich mit meinem Umzug von der Schweiz nach Berlin beschäftigt. Und wie bei einem IT Projekt stellte sich die Frage, ob man solche Projekte selber durchführen soll oder doch lieber an Externe vergeben soll.

Für jedes erfolgreiche Projekt benötigt man Know-How. Da meine Frau und ich erfolgreich unseren letzten Umzug alleine durchgeführt hatten, brachten wir hierzu die Grundkenntnisse mit. Jedoch ging es hier um einen speziellen Umzug von der Schweiz in EU-Hoheitsgebiet mit anderen Zollbedingungen etc. Diese Kenntnisse fehlten uns, so dass mindestens hier extern eingekauft oder eigenes Know-How aufgebaut werden müsste. Da wir dieses Wissen jedoch nur einmal bräuchten und in den nächsten 20 Monaten (hoffentlich nicht wieder) anwenden würden, wären dies einmalige Kosten ohne späteren Nutzen.

Fazit 1: Man muss langfristig abwägen, ob nötiges Projektwissen wirklich aufgebaut werden soll, wenn man es mittelfristig nicht wieder verwenden kann. Ansonsten ist das Wissen in der Regel überholt.

Für den Transport von der Zentralschweiz nach Berlin benötigt man entsprechende Transportmittel. Privat haben wir kein passendes Transportmittel; und da wir nicht ständig zwischen Berlin und der Schweiz mit je 3 Kartons im Kofferraum pendeln wollten, haben wir uns in diesem Punkt für externe Hilfe entschieden. Einige Leute stehen auf Seecontainer, andere verwenden normale Umzugswagen. Durch den Überschuss an Speditionsunternehmen werden jedoch auch 40t LKW's, die man sonst eher im Großkundenbereich vermutet, erstaunlicherweise auch für Privatpersonen attraktiv. So ein großer LKW kam auch bei uns zum Einsatz, auch wenn er noch nicht einmal zu einem Drittel gefüllt wurde.

Fazit 2: Bei der Wahl von externen Hilfsmitteln auch außerhalb von klassischen Grenzen denken; nur so kann man interessante Alternativen berücksichtigen.

Das eigentliche Packen hingegen wurde zweigeteilt: vieles packten meine Frau und ich selber, anderes hingegen ließen wir packen (aus versicherungstechnischen Gründen ist dies teilweise sogar nötig). Der Hauptgrund fürs "outsourcen" war jedoch recht einfach: in der Schweiz war es zu den Umzugstagen unglaublich heiß und schwül und gleichzeitig lief die Endrunde der EM; da wollte man lieber mit einem kühlen Getränk die Spiele sehen anstatt schwere Kisten vom 4. Stock in den LKW tragen. Gleiches galt für das Ausräumen: vom LKW in den 6. Stock ließen wir tragen, das Auspacken hingegen mach(t)en wir selber.

Fazit 3: Selbst wenn man eigene Ressourcen hat, um Projekte selber durchzuführen, kann es gute Gründe geben, externe Unterstützung einzulaufen um seine eigenen Leute für wichtigere Arbeit freizustellen.

In unserem Fall ist der Umzug erfolgreich beendet. Zwar traten trotz sorgfältiger Planung einige Schäden auf, aber diese halten sich im Rahmen der Erwartungen. Unschön hingegen ist, dass in Berlin die Bürgerämter unbefristet streiken und wir uns so nicht anmelden können. Und damit können viele weitere Sachen nicht durchgeführt werden. Meine Frau und ich aber haben für uns entschieden, dass dies ein Problem Berlins sei, nicht unser.

Fazit 4: Jedes noch so gut geplante Projekt wird Überraschungen aufweisen, die man flexibel handhaben muss. Es ist zwingend nötig, ein entsprechendes Steuerungsgremium mit den nötigen Entscheidungsrechten einzusetzen, um auf solche Änderungen reagieren zu können.

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