Laut einer Umfrage des IT-Security-Anbieters Sourcefire zum Thema “Hacker im öffentlichen Bewusstsein” glaubt jeder zweite Deutsche, dass er weder zu Hause, noch im Büro je gehackt wurde. Fast 60 Prozent der Befragten glauben zudem, dass sie einen kriminellen Hackerangriff durch “ungewöhnliches Verhalten des Rechners” bemerken würden. Diese Umfrage zeigt, dass viele Zeitgenossen bösartige Hacker falsch einschätzen und das Sicherheitsproblem als zu gering einschätzen.

Dabei ist es eher unwahrscheinlich, im Lauf des Lebens nicht einmal Opfer von Hackern zu werden – gleichzeitig aber sehr wahrscheinlich, dass dieser Angriff unbemerkt bleibt.

Mehr als 80 Prozent glauben laut der Umfrage, dass ein erfolgreicher Hack nur wenige Stunden dauert. Dass Hacker unter Umständen Wochen und Monate investieren, schätzen lediglich sechs Prozent der Befragten richtig ein. Für die Umfrage wurde Ende 2013 500 Deutsche befragt.

Systeme von Unternehmen zu infiltrieren erfordere laut Sourcefire jede Menge Vorbereitung, Testläufe und Überwachung. Selbst Attacken, die Endgeräte von privaten Anwendern zum Ziel haben – um etwa ein Botnet zu schaffen – seien sorgfältig geplant und dauern mindestens mehrere Wochen. Mit der Realität hat das weit verbreitete Klischee des (bösartigen) Hackers als eine Art harmloser Nerd nur wenig zu tun. 36 Prozent der Befragten sehen Hacker als einfache Kriminelle, die ihr Handwerk nun digital ausüben. Nur weniger als fünf Prozent der Befragten beschrieben ihr Bild vom kriminellen Hacker als „hochbezahlten Profi“.

Immerhin wissen laut der Umfrage mehr als die Hälfte der Befragten, dass Hackerangriffe ein andauernder Prozess sind und denken, dass beispielsweise Unternehmen den Schaden eines erfolgreichen Angriffs mindern könnten, indem sie Schwachstellen rechtzeitig erkennen und beseitigen.

Gastbeitrag von Michael Kranawetter, Chief Security Advisor (CSA) bei Microsoft in Deutschland. In seinem eigenen Blog veröffentlicht Michael alles Wissenswerte rund um Schwachstellen in Microsoft-Produkten und die veröffentlichten Softwareupdates.