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Bankräuber online mieten? Kein Problem

Bankräuber online mieten? Kein Problem

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Die Phrase „Im Internet kann man alles kriegen“ ist ja recht abgedroschen, ab und zu überraschen die Angebote aber selbst abgebrühte Surfer und IT-Profis. So zum Beispiel ein Angebot, das im Blog des amerikanischen Journalisten Brian Krebs beschrieben wird. Krebs hat eine russische Webseite gefunden, die eine ganz besondere Dienstleistung in Kalifornien, Florida, Illinois und New York anbietet: Sie vermietet Gehilfen für illegale Geldwäsche. Dabei handelt es sich nicht um Unwissende, deren Naivität und Gier etwa für den Transfer von Geldern genutzt wird (Money Mules), sondern um Finanzagenten, die laut Krebs sehr genau wissen, dass sie etwas Illegales treiben. Deswegen werden sie als besonders zuverlässig aufgeführt.

Dafür sind die Preise auch relativ hoch: Laut der Anzeige verlangen die Betreiber der Seite bis zu 45 Prozent der Beute, je nachdem, wie viel Geld gestohlen wird. Die Kriminellen haben sich auf das Ausräumen von Bank- und Kreditkartenkonten spezialisiert, laut der FAQ können sie zwischen 30 000 und 100 000 US-Dollar für ihre Klienten sichern – pro Tag. Dazu hacken die Kriminellen auch die so genannten ACH-Bezahlsysteme. Diese werden in den USA genutzt, um Gelder direkt in die Konten ihrer Angestellten zu überweisen.

Laut Krebs arbeitet diese Gruppe bereits seit 2009, sie sei einer der „berühmteren“ Gruppen, die sich mit Diebstahl in dieser Größenordnung beschäftigen. Laut Krebs erfüllen viele dieser Agenten leider das typische Bild eines russischen Junggangsters. Es wären vor allem Studenten mit sogenannten J1-Visas, die sich so finanzieren. Im Jahr 2010 haben die US-Behörden bei einem größeren Schlag gegen die Kriminellen mehr als drei Dutzend Besitzer solcher Aufenthaltsgenehmigungen aufgegriffen.

Diese wurden unter anderem beschuldigt, dass sie wissentlich Bestandteil solcher Betrügereien waren. Die Meisten dieser Beschuldigten wurden anschließend deportiert oder eingesperrt. Trotz dieser Maßnahmen gehen die US-Behörden laut Krebs noch immer davon aus, dass in jeder größeren Stadt ein entsprechender Ring operiert. Die Dienstleistungen des Online-Dienstes scheint das zu bestätigen.

Gastbeitrag von Michael Kranawetter, Chief Security Advisor (CSA) bei Microsoft in Deutschland. In seinem eigenen Blog veröffentlicht Michael alles Wissenswerte rund um Schwachstellen in Microsoft-Produkten und die veröffentlichten Softwareupdates.   

 

Comments
  • Kreditkartenkoten ? Jawoll S*#+\ss auf Kreditkarten !

    Scherz beiseite - Bitte editieren :)

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