Unser Leben spielt sich zum großen Teil im Web ab. Automatisch werden daher der (oder die) auf einem System installierten Browser mittlerweile zu den am meisten genutzten Programmen – kein Wunder, dass die meisten Angreifer ihre Attacken entsprechend anpassen und Browser mit zu den größten Einfallstoren für Malware zählen. Wie in jedem Programm, so tauchen auch in Browsern immer Schwachstellen auf, die als Hebel für bösartige Tools dienen können. Entsprechend wichtig ist deswegen die Installation von aktualisierten Versionen.

Der Sicherheitshersteller Kaspersky Labs hat allerdings mittels einer Umfrage herausgefunden, dass rund ein Viertel aller Nutzer, genauer gesagt 23 Prozent, mit veralteten Versionen ihrer Browser im Web unterwegs sind. 14,5 Prozent verwenden die Vorgänger-Version ihres Browsers und 8,5 Prozent nutzen sogar noch ältere Versionen. Das ist ein Problem, da mit den meisten Updates auch die Schwachstellen nicht nur öffentlich bekannt werden, sondern meist umfangreich dokumentiert sind. Für Angreifer ist es daher ein Leichtes, ihre Attacken auf diese Schwachstellen anzupassen. Laut Kaspersky dauert es bis zu einem Monat, bis Nutzer die Aktualisierungen auf ihrem System installieren - Cyber-Kriminelle brauchen dagegen nur wenige Stunden, um bekannte Schwachstellen auszunutzen.

Einige Punkte der Studie freuen uns als Microsoft dennoch enorm: Der IE ist nicht nur der beliebtesten Browser in der Umfrage (37,8 Prozent aller Befragen setzen auf ihn), gefolgt von Chrome und Firefox. IE-Nutzer sind auch beim Update die fleißigsten: Mehr als 80 Prozent der Befragten hatten in der Umfrage die neuste Version installiert. Auch hier liegen IE-Nutzer vor den Anwendern von Google Chrome, Opera und Mozilla Firefox.

Wie wichtig regelmäßige und vor allem schnelle Softwareupdates sind, belegt eine andere Erhebung von Kaspersky: Erst vor einigen Tagen schrieb ich an gleicher Stelle, dass Microsoft-Produkte nicht mehr in der Top 10 der anfälligen Produkte vertreten waren, die Kaspersky regelmäßig veröffentlicht. Grund dafür ist laut Kaspersky die automatische Updatefunktion von Windows.

Übrigens: Die Version 9 des Internet Explorers können übrigens alle Besitzer von Windows 7 oder Windows Vista unter www.internet-explorer9.de herunterladen. Wer jetzt schon einen Blick auf Internet Explorer 10 werfen will, aber noch nicht auf Windows 8 umgestiegen ist, findet hier eine Vorabversion des Browsers. Wie immer beim Einsatz von Betaversionen gilt: Microsoft kann keinen Support leisten und es kann durchaus zu Problemen kommen.

Gastbeitrag von Michael Kranawetter, Chief Security Advisor (CSA) bei Microsoft in Deutschland. In seinem eigenen Blog veröffentlicht Michael alles Wissenswerte rund um Schwachstellen in Microsoft-Produkten und die veröffentlichten Softwareupdates.