Menard Osena von TrendMicro hat im Malware-Blog des Unternehmens die zunehmende Gefährdung der Android-Plattform durch Malware unterstrichen. Laut Osena soll sich die Gefahr im Jahr 2012 höchstens noch verstärken, aber sicher nicht abschwächen.

Bereits im August des letzten Jahre wies TrendMicro in dem Beitrag Snapshot of Android Threats auf einen merklichen Anstieg der Zahl trojanisierter Android-Apps und echter, speziell für die Android-Plattform entwickelter Malware hin. Auch in dem PDF 12 Security Predictions for 2012 wies TrendMicro dem Thema einen wichtigen Stellenwert zu und sagte voraus, dass Smartphones und Tablets – und hier speziell die Android-Plattform – immer mehr in den Fokus von Cyberkriminellen geraten wird.

Die Bedrohung nimmt dabei in alarmierendem Ausmaß zu: Während es Anfang 2011 nur einige wenige schädliche Applikationen gab, zählten die Sicherheitsexperten von TrendMicro Mitte Dezember 2011 bereits mehr als 1.000 Versionen von Android-Schadsoftware.

Laut TrendMicro lag die durchschnittliche Wachstumsrate in der zweiten Jahreshälfte bei mehr als 60 Prozent – monatlich. Sollte sich dieser Trend ungebremst fortsetzen, dann werde 2012 ohne Zweifel ein "aufregendes" Jahr für Android-Malware: Bis Dezember 2012 könnten bei gleichbleibender Zunahme dann mehr als 120.000 schädliche Android-Apps existieren.

Die Gründe für das explosive Wachstum seien mannigfaltig, so TrendMicro. Drei stechen aber besonders hervor:

  • Android erfreut sich zunehmender Beliebtheit, was sich an der Zahl heruntergeladener Apps (Stand Dezember 2011 mehr als 10 Milliarden) und der Anzahl der Anwender und Aktivierungen (Quellen: Gartner, Googles Senior VP of Mobile Andy Rubin) ablesen lässt.
  • Das offene App-Distributionsmodell von Android: Anwender können im Gegensatz zu anderen mobilen Betriebssystemen alle möglichen Apps installieren, ohne dass selbige vorher eine wie auch immer geartete Prüfung durchstehen müssen.
  • Die Geisteshaltung der Cyberkriminellen: Die "bösen Jungs" greifen da an, wo das Geld ist – und die Android-Plattform wird diesbezüglich immer interessanter.

Wir dürfen uns also zweifelsfrei darauf einstellen, dass Android-Malware auch 2012 Schlagzeilen machen wird – wahrscheinlich deutlich häufiger als im letzten Jahr. Ob wir uns Ende 2012 wirklich mit einer sechsstelligen Anzahl von schädlichen Android-Apps auseinandersetzen müssen, ist eher unwahrscheinlich, schließlich ist das Wachstum in einem solchen Feld anfänglich besonders intensiv. Aber selbst wenn sich der Trend abschwächt: Die Bedrohungslage wird sich weiter verschärfen, daran sollte kein Zweifel bestehen.

Gastbeitrag von Michael Kranawetter, Chief Security Advisor (CSA) bei Microsoft in Deutschland. In seinem eigenen Blog veröffentlicht Michael alles Wissenswerte rund um Schwachstellen in Microsoft-Produkten und die veröffentlichten Softwareupdates.