Von Ramazan Can

Mit Servicepack1 für Windows 2008 R2 / Windows 7 hat Microsoft unter diversen Optimierungen und Fixes, auch 2 ganz wichtige neue Features in Bezug auf Hyper-V veröffentlicht – Dynamic Memory und RemoteFX! In meinem ersten Artikel auf dem „Virtualisierungs Blog“ möchte ich Euch daher, eine „Step-By-Step“ Anleitung für ein „SP1 - Rolling Upgrade (ohne Downtime)“ zur Verfügung stellen.

Failover Clustering (und auch MSCS) hat bisher immer gemischte Servivepack Versionen auf den Cluster Knoten unterstützt, um ein „Rolling Upgrade“ Szenario in einer Hoch Verfügbaren Umgebung zu ermöglichen.

Notiz: Sofern Sie derzeit System Center Virtual Maschine Manager einsetzen, um Ihren Cluster zu verwalten, können Sie die Hosts, auf welchen Sie SP1 installieren, auch in den „Wartungsmodus“ setzen, somit werden automatisch (serial) alle Virtuelle Maschinen auf die anderen Hosts migriert (Live Migration, sofern verfügbar)

Starten wir mit dem 1. Knoten Ihrer Cluster Umgebung, sofern dieser noch aktiv (online) Ressourcen beinhaltet, müssen Sie diese auf die verbleibenden Knoten verschieben, auch die Cluster Core Group würde ich persönlich auf einen anderen Knoten verschieben (Powershell: Move-ClusterGroup „Clustergruppe“). Ich persönlich stoppe auch den Cluster Service auf dem jeweiligen Knoten, ist hier aber keine Voraussetzung.

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Bevor wir mit dem SP1 Deployment starten, in der Failover Cluster Konsole überprüfen, welchen SP Stand dieser Knoten hat - 6.1.7600 = RTM

Notiz: Sofern dies eine Produktive Umgebung ist, wird vor einer SP Installation, immer angeraten ein System State Backup Ihrer Cluster Knoten zu erstellen!

Grundlegendes zur Sicherung und Wiederherstellung für einen Failovercluster

http://technet.microsoft.com/de-de/library/cc771973.aspx

Nach dem Download von SP1 und alle Cluster Ressourcen vom dem Knoten migriert worden sind, können wir mit der Installation beginnen:

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Notiz: den automatischen Reboot habe ich hierbei deaktiviert Smiley

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….. habe fertig!

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Nachdem Sie den Cluster Knoten neugestartet haben, sollte dieser automatisch dem Cluster wieder beitreten und den neuen Servicepack Stand korrekt darstellen – 6.1.7601 = SP1

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Ab diesen Moment, stehen bereits die neuen Features Dynamic Memory und RemoteFX (sofern Hardware Anforderungen erfüllt – siehe unten) auf diesem Knoten zur Verfügung. ABER es sollten noch keine DM Funktionen aktiviert werden, solange nicht der gesamte Cluster (=alle Knoten) denselben Servicepack Level hat = Inkompatibilität bei VM Migrationen. Die Hyper-V und Failover Cluster Konsole zeigt bereits die neue SP1 GUI Änderungen an:

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Nun können wir die Virtuellen Maschinen von den verbleibenden Knoten, auf dem bereits aktualisierten (SP1) Knoten migrieren. Alle Migration Möglichkeiten stehen hier trotz der unterschiedlichen SP Stände zur Verfügung – sogar Live Migration. Die bisherigen Memory Einstellung für die Virtuellen Maschinen verbleiben auf dem neuen Knoten gleich, der bisher konfigurierte Memory wird zu „Statisch“ konfiguriert.

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Bevor wir hier direkt Dynamic Memory konfigurieren, müssen wir noch ein paar Dinge beachten wie z.b. Integration Components Aktualisierung und Prüfung von DM Unterstützung für OS. Die Memory Einstellung zum aktivieren von DM, sollte direkt über die Failover Cluster Konsole durchgeführt werden, um das Problem „Refresh-VirtualMachineConfiguration“ zu vermeiden.

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Aufgrund der neuen Version vom Hypervisor müssen jetzt auch die Integration Components bei allen „unterstützten Betriebssysteme“ aktualisiert werden (Best Practice – Hypervisor und die ICs sollten selbe Version sein!). Sobald die ICs aktualisiert worden sind, stehen die neuen Features wie z.b. Dynamic Memory/RemoteFX zur Verfügung, sofern unterstützt vom OS und Hardware (RemoteFX).

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Sobald die ICs erfolgreich aktualisiert und DM aktiviert worden sind, werden wir im Geräte Manager der Virtuellen Maschinen das neue Gerät „Virtual Dynamic Memory“ identifizieren, welcher speziell für die Dynamic Memory Operationen zuständig ist.

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Die Empfohlenen Werte für die jeweilige OS Version sind:

Guest Operating System

Startup RAM

Windows Server 2008 R2 Enterprise Edition

512 MB

Windows Server 2008 R2 Datacenter Edition

512 MB

Windows 7 Ultimate Edition

512 MB

Windows 7 Enterprise Edition

512 MB

Windows Server 2008 Enterprise Edition

512 MB

Windows Server 2008 Datacenter Edition

512 MB

Windows Vista Ultimate Edition

512 MB

Windows Vista Enterprise Edition

512 MB

Windows Server 2003 R2 Enterprise Edition

128 MB

Windows Server 2003 R2 Datacenter Edition

128 MB

Windows Server 2003 Enterprise Edition

128 MB

Windows Server 2003 Datacenter Edition

128 MB

aus der DM Deployment Guide TechNet Reference

Sobald Dynamic Memory aktiviert und vom Betriebssystem erkannt wird, können wir nun den aktuellen Memory Bedarf der VM und Speicher Status in der Hyper-V Konsole sehen:

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VM Gast OS Anforderungen für Dynamic Memory sind:

Guest operating system

Editions

Configuration requirements

Windows Server 2008 R2

Standard and Web editions

Install SP1 in the guest operating system.

Windows Server 2008 R2

Enterprise and Datacenter editions

Do one of the following:

· Install SP1 in the guest operating system.

· Upgrade the integration services in the guest operating system to the SP 1 version.

Note

Installing SP1 is the recommended method because it provides the added benefit of installing all updates included with SP1.

Windows 7

Ultimate and Enterprise editions (32-bit and 64-bit)

Do one of the following:

· Install SP1 in the guest operating system.

· Install the SP1 version of integration services in the guest operating system.

Note

Installing SP1 is the recommended method because it provides the added benefit of installing all updates included with SP1.

Windows Server 2008 with Service Pack 2 (SP2)

Standard and Web editions (32-bit and 64-bit)

Upgrade the integration services in the guest operating system to the SP1 version.

Apply a hotfix as described in article 2230887 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=206472).

Windows Server 2008 with Service Pack 2 (SP2)

Enterprise and Datacenter editions (32-bit and 64-bit)

Upgrade the integration services in the guest operating system to the SP1 version.

Windows Vista with Service Pack 1 (SP1)

Ultimate and Enterprise editions (32-bit and 64-bit)

Upgrade the integration services in the guest operating system to the SP 1 version.

Windows Server 2003 R2 with Service Pack 2 (SP2)

Standard, Web, Enterprise, and Datacenter editions (32-bit and 64-bit)

Upgrade the integration services in the guest operating system to the SP1 version.

Windows Server 2003 with Service Pack 2

Standard, Web, Enterprise, and Datacenter editions (32-bit and 64-bit)

Upgrade the integration services in the guest operating system to the SP1 version.

aus der DM Deployment Guide TechNet Reference

Weitere Details zu Dynamic Memory Konfiguration für Ihre Hyper-V Umgebung sind zu finden unter:

Dynamic Memory Configuration Guide:
http://technet.microsoft.com/en-us/library/ff817651(WS.10).aspx

Failover Cluster - Neue Validierung notwendig?

Ich persönliche denke, das in Produktiven Umgebungen eine re-validierung des Clusters notwendig ist, da wir hier einen Servicepack Level Wechsel haben und laut Technet Dokumentation (siehe unten) dies auch klar dokumentiert ist.

Schrittweise Anleitung für Failover Cluster: Prüfen der Hardware auf einen Failover Cluster

http://technet.microsoft.com/de-de/library/cc732035(WS.10).aspx

Grundlegendes zu Clustervalidierungstests

http://technet.microsoft.com/de-de/library/cc726064.aspx

Bei folgenden Änderungen an der „Betriebssystemänderungen“, muss laut Microsoft eine Re-Validierung durchgeführt:

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In unserem Falle haben wir “Einzelne LUN” Test Szenario, dies bedeutet, dass wir den gesamten Test durchführen und dazu „nur“ Test-LUN in die „Verfügbarer Speicher“ Gruppe legen müssen.

Kategorien von Validierungstests

Vollständig: Alle Tests. Hierfür ist eine gewisse Clusterdowntime erforderlich.

Einzelne LUN: Alle Tests, wobei die Speichertests nur für eine LUN ausgeführt werden. Bei der LUN kann es sich um eine kleine LUN handeln, die Sie für Testzwecke vorsehen, oder um den Zeugendatenträger (wenn im Cluster ein Zeugendatenträger verwendet wird). Im Rahmen dieser Tests wird das Speichersubsystem, aber nicht speziell jede einzelne LUN oder jeder einzelne Datenträger validiert. Diese Validierungstests können ausgeführt werden, ohne dass dadurch eine Downtime der geclusterten Dienste oder Anwendungen verursacht wird.

Auslassen von Speichertests: Systemkonfigurations-, Inventur- und Netzwerktests, aber keine Speichertests. Diese Validierungstests können ausgeführt werden, ohne dass dadurch eine Downtime der geclusterten Dienste oder Anwendungen verursacht wird.

Keine: Es sind keine Validierungstests erforderlich.

Ich persönlich „empfehle“ noch, folgenden Patch zu installieren, bevor Sie die Validierungstests an Ihrem Produktiven Cluster durchführen:

Überprüfen Sie die SCSI-Gerät wichtige Produkt Daten (VPD) Test, fehlschlägt nach der Installation von Windows Server 2008 R2 SP1

http://support.microsoft.com/kb/2531907/de

Generellen Überlegungen oder Sorgen, an Ihrem Produktiven Cluster, einen Volle Validierung durchzuführen, sind sicherlich berechtigt, allerdings sofern alle wichtigen Punkte beachtet worden sind, kann dies ohne weitere Bedenken durchgeführt werden, wie ich im folgenden Falle beschrieben:

http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc732035(WS.10).aspx#BKMK_considerations

In meinem Falle, habe ich einen 1GB LUN meinem Cluster präsentiert und diesen für die Validierungstests verwendet:

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Nachdem wir alle Cluster Knoten auf SP1 aktualisiert (Validiert) und die Integration Komponenten installiert haben, sind wir bereit für die Nutzung von Dynamic Memory und Remote FX für high-end Grafik Emulationen in den virtuellen Desktops. Spezielle im Falle RemoteFX, gibt es noch zusätzliche Hardware Anforderungen die erfüllt sein müssen. Die Graffikkarte muss DirectX 10 unterstützen und die CPU muss SLAT Unterstützung haben:

Weitere Technet Dokumentation zum Thema RemoteFX und SP1 sind zu finden unter:

Hardware Requirements for RemoteFX
http://technet.microsoft.com/de-de/library/ff817602(WS.10).aspx

Windows 2008 R2 / Windows 7 Service Pack 1 Download:
http://www.microsoft.com/downloads/en/details.aspx?FamilyID=c3202ce6-4056-4059-8a1b-3a9b77cdfdda

Knowledgebase Article - KB976932 - around Service Pack 1:
http://support.microsoft.com/kb/976932/en-us

Hyper-V and RemoteFX – Wie kann ich feststellen, ob meine CPU “SLAT“ unterstützt ?

http://ramazancan.wordpress.com/2011/02/09/hyper-vhow-can-i-verify-if-slat-is-working/

Stay tuned….

Viele Grüße!

Ramazan Can ist Microsoft MVP Cluster und persönlich über seinen Blog zu erreichen http://ramazancan.wordpress.com