Ein Gastbeitrag von Andreas Kroschel

Office 2010 lässt sich mehrsprachig ausliefern. Das heißt, um die Sprache der Menüs und der Oberfläche zu wechseln oder einen anderssprachigen Thesaurus oder andere Wörterbücher zu verwenden, muss man keine andere Office-Version installieren sondern es genügt, Sprachmodule nachzurüsten. Das ist ähnlich wie unter Windows 7 Enterprise und Ultimate, jedoch im Detail anders ausgeführt. So sind etwa nicht alle Sprachen in gleichem Maße implementiert, sondern es gibt je nach deren Verbreitung Abstufungen in der Unterstützung, je nachdem ob die komplette GUI, Wörterbücher, Thesaurus, Autokorrektur und Trennregeln in der jeweiligen Sprache zur Verfügung stehen.

Rechtschreibkorrektur, GUI-Anpassungen, Language Packs

Jede Office-Installation besitzt eine primäre Sprache, welche durch das Hinzufügen weitere Sprachpakete Multi-Language-fähig gemacht werden kann. Für die Rechtschreibkorrektur fremdsprachiger Texte alleine ist das nicht immer nötig: Ein deutschsprachiges Office 2010 etwa hat auch die Prüfwerkzeuge für Englisch, Französisch und Italienisch inklusive, ein englischsprachiges diejenigen für Französisch und Spanisch. Eine Übersicht über die Begleitsprachen, die zu jedem Sprachpaket gehören, bietet Microsoft hier. So kann man entscheiden, welche Sprachpakete man benötigt: Will man etwa Deutsch, Englisch und Spanisch prüfen können, bietet es sich an, ein englischsprachiges Office mit einen deutschen Sprachpaket (oder umgekehrt) auszuliefern.

Welchen Stufen an Unterstützung es verschiedene Sprachen gibt, hat Microsoft in Form eines Posters veröffentlicht. Im Einzelnen sind dies:

  • Das Microsoft Office 2010 Proofing Tools Kit enthält die Prüfwerkzeuge für alle 50 unterstützten sprachen. Man benötigt für die Prüfung von Dokumenten in Sprachen, die weder von der Grund-Sprachversion der Office-2010-Installation noch von zusätzlichen Sprachpaketen abgedeckt werden. Es steht Volumenlizenzkunden per Volume Licensing Service Center zur Verfügung.
  • Ein Office Language Interface Pack (LIP) ist eine in die entsprechende Sprache übersetzte GUI, jedoch ohne Hilfe-Übersetzung, welche dadurch in der Sprache der ursprünglichen Installation bleibt. Auch gibt es grundlegende Prüfwerkzeuge wie ein Wörterbuch in der betreffenden Sprache, oft jedoch keine erweiterten wie Thesaurus oder Trennregeln. Man verwendet ein LIP, wenn es kein vollwertiges Language Pack für die entsprechende Sprache gibt. Alle verfügbaren LIP-Downloads findet man hier.
  • Ein Language Pack enthält die in die entsprechende Sprache angepasste GUI inklusive übersetzter Hilfe, allen Prüfwerkzeugen und die Prüfwerkzeuge für die entsprechenden Begleitsprachen. Language Packs kann man bei Microsoft hier einzeln erwerben. Die Seite verweist gegebenenfalls auch auf den kostenlosen LIP-Download für Sprachen, für die es keine Language Packs gibt.
  • Das Multi-Language-Pack enthält alle verfügbaren Language Packs und steht Volumenlizenzkunden per Volume Licensing Service Center zur Verfügung.

Große mehrsprachige Deployments planen

Ein weiterführender TechNet-Artikel beschäftigt sich damit, wie man große mehrsprachige Office-Deployments plant und verschiedene Benutzergruppen mit den jeweils passenden Sprachen versorgt. In welcher Sprache Office jeweils startet, lässt sich in Gruppenrichtlinien festlegen. Ist weder per Gruppenrichtlinie noch vom Benutzer selbst eine bestimmte Sprache konfiguriert, startet Office 2010 in der Sprache der Windows-Oberfläche. Ist dies nicht möglich, weil es ein entsprechendes Sprachpaket oder LIP nicht installiert ist, fällt es auf die Sprache der ursprünglich installierten Grundversion zurück.

Der Autor Andreas Kroschel ist Buchautor und Verfasser von Fachartikeln zu Hardware, Windows- und Linux-Infrastruktur sowie IT-Sicherheit. Er arbeitete als Redakteur unter anderem für BYTE Deutschland und die PC-Welt.