Beim großen Thema Office 2010 geht derzeit ein anderes wichtiges Produkt ein wenig unter, das gleichzeitig erscheinen wird: SQL Server 2008 R2. Wie immer bei einer R2-Version geht es dabei weniger um die Verbesserung bestehender als vielmehr um die Einführung neuer Funktionalitäten, die es so bisher in SQL Server nicht gab und die neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen.

Microsoft-intern war SQL Server 2008 R2 vor dem offiziellen Codenamen "Kilimanjaro" als "BI Refresh" bekannt. Und so verwundert es wenig, dass die meisten Neuerungen im Business-Intelligence-Bereich liegen, und zwar insbesondere bei der Self-Service-BI, die von Fachanwendern erstellt und betrieben wird und nicht von der IT. Mit PowerPivot können die Benutzer mit sehr großen Datenmengen (ich zeige gern 100 Millionen Zeilen) direkt in Excel ihre Analysemodelle erstellen und sie dann mit Pivottabellen und Charts auswerten. Diese Modelle können sie auf SharePoint hochladen, sodass andere Benutzer für die Analyse nur einen Webbrowser benötigen. Der Report Builder 3.0 erleichtert die Erstellung von Berichten für Fachanwender durch Reporting Services und eröffnet ihnen moderne Möglichkeiten wie Sparklines, Datenbalken und Kartendarstellungen.

Entwickler erstellen mit SQL Server 2008 R2 so genannte Data Tier Applications, die neben den Datenbanken auch Hilfsobjekte wie Logins enthalten und so die Installation und später auch den Umzug von Datenbankanwendungen deutlich vereinfachen. Für Administratoren, die viele Server verwalten müssen, bringt das R2-Release das Konzept des Utility Control Point, über den SQL Server-Instanzen richtlinienbasiert zentral verwaltet und überwacht werden.

Dabei muss der Administrator die Richtlinien nicht selbst erstellen, sondern nur angeben, wie ein "guter" Server aussieht. So kann er z. B. festlegen, dass seine Server eine durchschnittliche CPU-Last zwischen 30 und 75 Prozent haben sollten. Liegen sie zu einem bestimmten Prozentsatz außerhalb dieses Bereichs, so werden sie als über- bzw. unterlastet gekennzeichnet. Dann kann der Administrator zum Beispiel Data Tier Applications auf andere Server verschieben. Mehr dazu im Webcast.

Es gibt noch weitere kleine und große Neuerungen: von Unicode-Kompression über einen Filestream-Provider für Remote Blob Storage, Parallel Data Warehouse für Data Warehouses von über 50 Terabyte bis zu StreamInsight und Master Data Services. Einen Überblick darüber bekommen Sie beim Besuch der Microsoft TechDays im Mai. Für SQL Server-Experten findet im April die PASS European Conference 2010 statt, bei der hervorragende Sprecher aus aller Welt an drei Tagen ihr Wissen zu SQL Server weitergeben.

Und am Tag vor der Konferenz, am 21. April, findet am selben Ort der große SQL Server 2008 R2 Launch statt. Auch dazu sind Sie natürlich herzlich eingeladen!

Dieser Blog-Artikel entspricht dem Editorial zum aktuellen TechNet Flash Newsletter 04/2010 vom 25. Februar 2010. Der kostenlose TechNet Flash informiert Sie alle 14 Tage über die wichtigsten Neuheiten und technischen Ressourcen für IT-Professionals. Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter hier