Mit Windows Server 2012 gibt es einige signifikante Änderungen bei RemoteFX. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen befasst sich dieser Artikel mit den Voraussetzungen, der Installation und Aktivierung von RemoteFX mit Hardware-Beschleunigung. Diese Funktion wird auch RemoteFX vGPU (virtuelle Grafikkarte) genannt.
Was ist RemoteFX?
RemoteFX ist eine Technologie im Microsoft Remote Display Protokoll, welches eine Vielzahl von Optimierungen enthält um die Darstellung von Bildschirminhalten beim entfernten Zugriff auf Windows Server und Clients zu verbessern. Außerdem ermöglicht es RemoteFX, eine Vielzahl von USB-Geräten über das Netzwerk auf dem entfernten Windows Client oder Server zu nutzen.
RemoteFX trägt also wesentlich dazu bei, dass VDI und Remote Desktop Services so richtig Spaß machen.
Was ist neu in RemoteFX mit Windows 8 und Windows Server 2012?
Die Kollegen aus der Remote Desktop Services Produktgruppe haben in einer Serie von Blog-Beiträgen die verschiedenen Funktionen von RemoteFX ausführlich erklärt:
RemoteFX im WAN http://blogs.msdn.com/b/rds/archive/2012/08/23/remotefx-for-wan-overview-of-intelligent-and-adaptive-transports-in-windows-8-and-windows-server-2012.aspx
RemoteFX USB-Umleitung (USB-Redirection) http://blogs.msdn.com/b/rds/archive/2012/09/11/remotefx-usb-redirection-in-windows-server-2012-and-windows-8.aspx
RemoteFX Multi-Touch http://blogs.msdn.com/b/rds/archive/2012/08/22/remotefx-multi-touch-for-windows-8.aspx
RemoteFX Media Streaming http://blogs.msdn.com/b/rds/archive/2012/08/16/enabling-a-seamless-multimedia-experience-with-remotefx-media-streaming-in-windows-server-2012-and-windows-8.aspx
RemoteFX zur Nutzung von Lync auf VDI http://blogs.msdn.com/b/rds/archive/2012/07/24/fast-and-fluid-audio-video-experience-with-the-new-lync-and-remotefx.aspx
Vorraussetzungen für RemoteFX vGPU
In Windows Server 2008 R2 kam mit dem Service Pack 1 RemoteFX als neue Funktion hinzu. Hier war es zwingend notwendig, dass eine DirectX 9-Fähige Grafikkarte im Server eingebaut ist. Diese Anforderung ist mit Windows Server 2012 entfallen. RemoteFX kann dort grundsätzlich auch ohne DirectX-fähige Grafikkarte genutzt werden. Hier kommt dann die sogenannte „Soft-GPU“ zum Einsatz. Es wird als eine Grafikkarte mit Hilfe von Software emuliert. Dadurch lassen sich praktisch alle Funktionen von RemoteFX nutzen, jedoch mit höherer CPU-Last für den Server, da die Grafik-Berechnungen ausschließlich von der CPU durchgeführt werden. Möchte man die CPU des Servers entlasten und die Grafikkarte des Servers zur Verbesserung der Darstellungsleistung hinzuziehen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
Prüfung der Vorraussetzungen
SLAT CPU-Unterstützung
Um festzustellen ob der im System eingebaute Prozessor SLAT unterstützt, können vor der Aktivierung der Hyper-V Rolle folgende Tools verwendet werden:
Systeminfo In einer Kommandozeile mit administrativen Rechten wird der Befehl
C:\systeminfo.exe
ausgeführt.
Am Ende des Ausgabefensters sollte dann diese Ausgabe erscheinen:´
Coreinfo Das kostenfreie Tool Coreinfo kann von der Sysinternals Technet-Seite heruntergeladen werden (http://technet.microsoft.com/en-us/sysinternals/cc835722.aspx). Es wird ebenfalls vor der Installation von Hyper-V auf der Kommandozeile mit administrativen Rechten ausgeführt.
C:\coreinfo.exe –accepteula –v
Erfüllt der Prozessor die Voraussetzungen, sind in den beiden markierten Zeilen Sternchen (*).
DirectX 11 Kompatible Grafikkarte
Hersteller Webseite Um zu verifzieren ob im System eine Grafikkarte mit DirectX 11-Untersützung eingebaut ist kann zunächst die Homepage des jeweiligen Grafikkartenherstellers genutzt werden.
DXDiag
Auf der Kommandozeile wird mit administrativen Rechten der Befehl
C:\dxdiag.exe
Im erscheinenden DirectX Diagnose Tool muss in der Zeile „DirectX Version“ Direct X 11 angegeben sein, wie in der Darstellung zu sehen ist.
Installation und Konfiguration von RemoteFX vGPU
Die Installation erfolgt in folgenden Schritten:
Wurden alle o.g. Schritte erfolgreich durchlaufen, ist eine virtuelle Maschine für die Verwendung der RemoteFX vGPU konfiguriert.
Bitte beachten Sie, dass die vGPU nur VMs mit Windows 8 und Windows 7 mit RDP 8.0-Update zur Verfügung steht. VMs mit Windows Server 2012 als Remote Desktop Session Host können die vGPU nicht nutzen. Einen guten Überblick in Form einer Funktions-Matrix liefert dieser Blog-Artikel: http://blogs.msdn.com/b/rds/archive/2012/11/26/remotefx-features-for-windows-8-and-windows-server-2012.aspx
Für den Einsatz im Unternehmen mit einer Vielzahl von virtuellen Maschinen die ggf. die Grafikkarte zur Darstellungs-Optimierung nutzen ist es nötig,eine professionelle Grafikkarte z.B. für Server und Workstations einzusetzen. Für den Einsatz zu Vorführzwecken mit wenigen virtuellen Maschinen genügt bereits eine aktuelle Grafikkarte von AMD oder Nvidia mit den entsprechenden Treibern für Windows 8 / Windows Server 2012. Wie in den Screenshots zu sehen, nutze ich für diese Zwecke einen PC mit Intel Core i7-2600 Prozessor und einer AMD Radeon HD 6870 Grafikkarte.
Abschließend bleibt noch zu sagen, dass für eine vollständige VDI-Installation (siehe Punkt 7) der Szenario-Basierte Installations-Modus im Server Manager genutzt werden muss. Dieser installiert alle benötigten Komponenten wie z.B. den RD Connection Broker und den RD Web Access um dem Nutzer einen komfortablen Zugriff auf seinen virtuellen Desktop zu ermöglichen. Diese Rollen sollten nicht auf dem Hyper-V Server selbst, sondern in einer VM installiert, werden.
Viel Spaß mit RemoteFX und den Remote Desktop Services in Windows Server 2012!