Die Keynote vom Microsoft MMS 2010 in Las Vegas mit Bob Muglia brachte uns auch einen ersten Blick auf die nächste Version von System Center Virtual Machine Manager. Diese Version wird derzeit auch als “SCVMM vNext” bezeichnet.

Was gleich auffällt: SCVMM vNext wird ähnlich wie Sharepoint 2010 und Office seit Version 2007 in Ribbons ausgeführt. Sieht wohl so aus, als ob die Ribbons die Zukunft sind. Persönliche Vermutung: Die nachfolgenden Version der System Center Produkte werden rasch auch auf die Ribbons umgestellt.

Nun aber zu den Neuigkeiten:
Kurzum dreht sich alles mehr und mehr um einen “Service” als um eine spezielle virtuelle Maschine. Bob Muglia vergleicht dies mit Bing und dem Service der heute dahintersteckt. Bing unterteilt sich in einzelne Services, wie Such-Crawler oder Anfragenserver. Aus diesen einzelnen Aufgaben werden “Services” generiert. Es gibt so genannte “Server App-V Images” welche auf den Servern spezielle Konfigurationen vornehmen. Beispielsweise benötigen Sie für einen Webservice 10 mal die gleiche Einstellung im IIS. Was tun Sie dafür? Sie bauen ein Server App-V Image, fügen das ganze in SCVMM vNext zusammen und deployen Ihre Infrastruktur.

Klingt auf den ersten Blick kompliziert, ist es aber nicht. Im SCVMM vNext wird es den so genannten “Service Designer” geben. Hier Designen Sie Ihre Infrastruktur und Deployen diese zugleich. In SCVMM vNext enthalten die Vorlagen für virtuellen Maschinen nicht nur das OS, sondern auch die Anwendung sowie die Konfiguration. Es gibt die Möglichkeit innerhalb des Service Designers die Maschine mit Hilfe eines “Scale Outs” gleichzeitig zB auf 10 Maschinen zu bringen. Dabei werden alle Maschinen mit dem notwendigen darunterliegenden OS ausgestattet. Danach kommt die Konfiguration (bsp. vom IIS) und die Anwendung in Form von Server App-V Paketen dazu.

Bereits beim Deployen kann zB das im Hintergrund liegende Storage ausgewählt werden. Wie viele heute von Ihnen bereits zwei Storage-Anbindungen haben (schnell und “langsam”) können Sie beim Deployen von Datenbanken beispielsweise die schnellen Disks verwenden. Für OS Instanzen welche Routineaufgaben durchführen, verwenden Sie das “langsame” Storage.

Das Offline Virtual Machine Servicing Tool wurde komplett in den SCVMM vNext integriert. Dabei werden einfach die bereits erstellten Images in SCVMM vNext ausgewählt und auf “Compliance” überprüft. Sobald die Bibliothek der VMs aktualisiert wurde, kann auch der “Service” aktualisiert werden. Dabei wird das darunterliegende OS von der Anwendung und er Konfiguration getrennt, das OS ausgetauscht und die Anwendung sowie die Konfig wieder aufgespielt. Klingt also danach, dass Anwendung, Konfiguration und OS zukünftig nur noch virtuell miteinander arbeiten und wir uns von der traditionellen Technik zum Einstellen von Konfigurationseinstellungen verabschieden werden.

Wer den SCVMM vNext selbst sehen möchte, ab der Minute 55:00 bis ca. 01:06:00 kann er dies in der Keynote selbst sehen: http://www.studiosevent.com/newscenter/?id=mms

Fragen welche für mich derzeit offen bleiben:

  • Können Server-App-V Images bereits mit Server 2008 R2 angewendet werden?
  • Wird App-V 4.6 um Server-App-V Images mit einem SP erweitert, oder wird das erst in der nächsten Version kommen?
  • Mit welchen Rollen/Featurediensten können Server-App-V Images verwendet werden?

Wir dürfen auf alle Fälle gespannt sein, wie es rund um Virtual Machine Manager weiter geht.

Beitrag erstellt von: Peter Forster, MVP Virtual Machine