Spricht man über Windows Vista, so wird man schnell auf Abneigung bei seinem Gegenüber stoßen: zu teuer, kein Mehrwert, hohe Systemanforderungen, zu langsam, einfach nicht "Wow" wie erhofft. Fragt man dann genauer nach, so kommt vieles eigentlich nur vom Hörensagen, oder man hat es gelesen, oder der Freund eines Bekannten hat schlecht Erfahrungen gemacht. Und überhaupt: Windows XP ist ja so viel besser, stabiler, schneller, toller.

Sicherlich freut es uns, dass so viele Menschen mit Windows XP zufrieden sind und sich kaum davon trennen wollen. Für ein 7 Jahre altes Betriebssystem gar nicht mal so schlecht. Kaum jemand setzt schließlich noch eine so alte Linux-Distribution ein, oder ein so altes Mac-OS. Hier scheint Microsoft also doch gute Arbeit geleistet zu haben. Jedoch stößt man eben mit einer so alten Architektur an die Grenzen des Machbaren. Vor allem im Sicherheitsumfeld kann Windows XP nicht mit Windows Vista mithalten. Sei es Bitlocker oder das viel diskutierte UAC (User Account Control), welches es einem erlaubt, weiterhin als Admin zu arbeiten und trotzdem eine gewisse Sicherheit zu genießen, diese Funktionen stehen einfach nicht unter Windows XP zur Verfügung. Vereinfacht gibt es rund 4 Gründe, die erwähnenswert sind im Zusammenhang mit Sicherheit:

  • Beim Steuern des Zugriffs stehen Unternehmen vor einer schwierigen Entscheidung: Sollten sie Benutzern umfassende Administratorberechtigungen gewähren und das Risiko für die Sicherheit und die Einhaltung von Bestimmungen akzeptieren? Oder sollten Sie die Berechtigungen von Benutzern einschränken und geringere Anwendungskompatibilität und Benutzerproduktivität in Kauf nehmen? Die Benutzerkontensteuerung von Windows Vista erleichtert diese Entscheidung, da die Benutzer bei größerer Anwendungskompatibilität als bei früheren Windows-Versionen selbst mehr tun können, während gleichzeitig die Angriffsfläche der PCs in Ihrem Unternehmen verringert wird.
  • Um Bedrohungen durch schädliche Software wie Viren, Malware und Rootkits zu verringern, enthält Windows Vista den geschützten Modus in Internet Explorer 7, der nur bei Windows Vista vorhanden ist und die automatische Installation von schädlichem Code verhindert. Windows Defender bietet integrierten Malwareschutz für Ihre PCs.
  • Um eine sicherere, richtlinienkonforme Umgebung zu gewährleisten, ist es wichtig festzustellen, wer versucht, den Computer zu verwenden, und zu regeln, auf welche Ressourcen Benutzer zugreifen können. Windows Vista erleichtert dies durch integrierte Unterstützung für strenge Benutzerauthentifizierung. Zusätzlich hilft Windows Vista Unternehmen dabei, interne und externe Bestimmungen durch präzise Ereignisprotokollierung, Überwachung und Nachverfolgung für Sicherheitsereignisse leichter einzuhalten.
  • Windows Vista bietet mehrere Möglichkeiten zum Schutz Ihrer Daten und zu deren Wiederherstellung, wenn dies erforderlich ist. Die Schattenkopietechnologie speichert automatisch Versionen der Dateien, während Benutzer an ihnen arbeiten (sogar ohne Konfiguration einer formellen Sicherung), sodass sie die frühere Version eines Dokuments, das sie versehentlich gelöscht haben, leicht abrufen oder vorgenommene Änderungen rückgängig machen können.

Hier kann das gute alte Windows XP nicht mithalten. Ist das aber schon ein Grund, Windows Vista in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten auszurollen? Vielleicht eher die deutlich bessere Unterstützung von mobilen Geräten, um Ihren Außendienst besser zu schützen und deren Leben leichter zu machen?

  • Um den Risiken mobiler Computer zu begegnen, umfasst Windows Vista die aktuellen Sicherheitsprotokolle für drahtlose Verbindungen, damit Benutzer sicherere Verbindungen herstellen können. Die BitLocker-Laufwerkverschlüsselung in Windows Vista hilft, Ihre Unternehmensdaten auf dem mobilen PC zu schützen, falls ein Laptop verloren geht oder gestohlen wird.
  • Mit Windows Vista wird besonders auf Mobilität abgezielt. Bei dem neuen Windows-Mobilitätscenter befinden sich die gebräuchlichsten Steuerelemente wie Akku, Helligkeit und Einstellungen für die Darstellung alle an einem Ort. Die verbesserte Energieverwaltung sorgt für längere Produktivität Ihrer mobilen Mitarbeiter und verringert Verzögerungen beim Starten, wenn die Arbeit aus dem Standbymodus wiederaufgenommen wird.
  • Hervorragende Ideen sind oft das Ergebnis von Zusammenarbeit. Windows Vista erleichtert die effektive Kommunikation und Zusammenarbeit mit Kollegen, Partnern und Kunden, egal, wo Sie geschäftlich unterwegs sind. Features wie das Netzwerkcenter und der Netzwerkinstallations-Assistent machen es leichter, in Verbindung zu bleiben. Die Windows-Teamarbeittechnologie ermöglicht das Übertragen und Freigeben von Dokumenten und Präsentationen für mehrere Benutzer, sodass Besprechungen produktiver werden.

Aber auch dem Administrator macht Windows Vista das Leben leichter, da der Rollout und die anschließende Konfiguration über Gruppenrichtlinien wesentlich einfacher möglich ist als bei Windows XP. Während bei XP oft zig Images in jedem Unternehmen nötig sind, um die neuen PCs aufzusetzen, so braucht man unter Windows Vista deutlich weniger, da mehr Hardware pro Image unterstützt werden kann und auch unterschiedliche Systemkonfigurationen in einem Image abgelegt werden können.

Als IT Infrastrukturarchitekt sollte man sich daher mit den Grundlagen zu Windows Vista beschäftigen. Unter http://technet.microsoft.com/de-de/windows/aa904820.aspx finden Sie hierzu alles nötige. Die Microsoft Springboard Seiten unterstützen Sie, sich Windows Vista zu nähern und es selber besser zu verstehen. Denn wie wollen Sie eine fundierte Entscheidung für Ihr Unternehmen treffen, wenn Sie die Grundlagen nur vom Hörensagen her kennen?

Der Artikel "Wie (und weshalb) Sie mit der Windows Vista Migration beginnen sollten", mag Ihnen eine zusätzliche Hilfe sein, sich dem Thema zu nähern. Denn schließlich gehen wir mit großen Schritten bereits auf das zweite Service Pack zu (das, was Sie auf Ihrem Windows XP Rechner wahrscheinlich auch noch im Einsatz haben), so dass die Ausrede "vor SP1 schau ich mir ein Microsoft Produkt gar nicht erst an" nicht mehr zählt.