Microsoft Rechenzentren werden schon lange nicht mehr nur für uns Mitarbeiter genutzt, sonder vor allem für den Betrieb unserer Onlinedienste wie die Live-Seiten, Search oder eben Live Maps, wie es z.B. www.eyeonearth.eu nutzt. Im Sommer hatte ich die Gelegenheit, eines dieser Rechenzentren in Quincy, WA, USA zu besuchen.

imageAllein das Gebäude von Quincy ist bereits beeindruckend. Man geht rund 1,3 Meilen um das Gebäude, insgesamt befinden sich über 80,000 Server dort bereits im Betrieb und die Bestückung läuft noch. In diesem Rechenzentrum werden die unterschiedlichsten Dienste von Microsoft gehostet. "Chef" unserer Rechenzentren ist Mike Manos. Er stellt sicher, dass diese Rechenzentren so umweltfreundlich wie nur möglich betrieben werden, aber auch so kosteneffektiv wie es nur geht. Das heißt, dass der Betrieb so weit wie möglich automatisiert wurde und das ganze Rechenzentrum nur mit einer kleinen Mannschaft betrieben werden kann.  In der Regel kommt ein ganzer LKW mit vorbestückten Racks, welchen dann direkt in die Serverhallen gerollt und dort nur noch mit Netz und Strom versorgt werden. Durch standardisierte Hardware und Software und einem vollautomatischen Aufsetzen der Rechner entfallen alle weiteren manuellen Handgriffe. Ein nettes Interview mit Mike Manos finden Sie übrigens auf folgender Webseite: http://www.on10.net/blogs/tina/Microsoft-Data-Centers-getting-bigger-and-better/ , ein gutes Video zu unseren Rechenzentren finden Sie hier.

Microsoft ist sich aber auch seiner Rolle als einer der größten Rechenzentrumsbetreiber weltweit bewusst und hat sich dazu verpflichtet, dies so umweltschonend wie nur möglich zu tun. Quincy wird z.B. ausschließlich mit Wasserkraft betrieben; die Notfallgeneratoren sind mit Biodiesel gefüllt. Für unsere Gebäude beachten wir daher die jeweiligen Vorgaben zum umweltgerechten Bauen wie LEED in den USA. Mehr dazu können Sie auf unseren Umweltseiten lesen unter http://www.microsoft.com/environment/our_commitment/articles/building_practices.aspx

Wenn Sie selber Ihre Rechenzentren optimieren möchten, so bietet Ihnen unsere Webseite eine Menge weiterführender Informationen.

Obwohl erst 1 Jahr alt und noch nicht voll bestückt, ist Quincy bereits nicht mehr die neueste Art von Rechenzentren für Microsoft. Nach Dublin (welches durch seine Lage fast das ganze Jahr ohne zusätzliche Kühlung auskommen kann) hat der "Chicago"-Typ erst vor einigen Monaten große Wellen in der Rechenzentrumsbranche hervorgerufen. In Chicago setzt Microsoft komplett auf Container-Bauweise. In der Vergangenheit oft angedacht und teilweise experimentell umgesetzt ist Microsoft der erste Betreiber, der diese Technologie im großen Stil einzusetzen gedenkt. Statt Racks mit Servern werden hier ganze Container geliefert, in denen zwischen 1-2000 Server eingebaut sind. Der Container wird nur noch an 3 Kabel angeschlossen für Netzwerk, Strom und Kühlung und arbeitet ansonsten autark. Das Prinzip klingt für viele zu abstrakt, nach dem Besuch in Quincy muss ich jedoch gestehen, dass dies einfach nur der nächste logische Schritt in einer lange Kette von kontinuierlichen Optimierungen ist. Mike Manos musste sich einigen Spot dazu anhören, welchen er jedoch stets zu kontern wusste. Chicago wird daher Maßstäbe setzen, keine Frage (hoffentlich auch im positiven Sinne). Aber erst der Praxisbetrieb wird am Ende aufzeigen, ob dies ein gangbarer Weg ist. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.