.: Daniel Melanchthon :.

Banging your head against a wall uses 150 Calories an hour.

Verbreitung von Windows XP? In Deutschland Platz 3.

Verbreitung von Windows XP? In Deutschland Platz 3.

  • Comments 5
  • Likes

Viele Artikel widmen sich in der letzten Zeit dem Ende des Supports für Windows XP, der in einem Monat bekanntlich bevorsteht: Die Verbreitung von XP geht nur langsam zurück, schreibt Heise Online, Golem findet Windows XP noch auf 29 Prozent aller Online-PCs weltweit vor, Windows 8 wächst, XP weiterhin weit verbreitet titelt Tom’s Hardware und die netzwoche meint, Windows XP ist nicht totzukriegen.

Alle Artikel beziehen sich mehr oder weniger auf die Auszüge einer Studie, die von den Marktforschern von Netmarketshare für den Februar 2014 veröffentlicht wurde. Diese Studie basiert allerdings auf weltweiten Zahlen. Sobald man für eine tiefergehende Analyse den Geographic and Demographic Filter benutzen möchte, kommt man mit dem Geschäftsmodell von Netmarketshare in Kontakt:

The report you requested requires that you are a subscriber to "Geolocation Upgrade".

OK. Jeder muss von etwas leben. Leben und leben lassen. Da ich kein zahlender Nutzer von Netmarketshare bin, schaue ich bei StatCounter vorbei, die mit GlobalStats ähnliche Auswertungen anbieten. Natürlich sind bei allen derartigen Anbietern die absoluten Zahlen mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten, da sie immer nur einen Ausschnitt bieten und in ihrer Aussage niemals repräsentativ sind. Allerdings kann man ganz gut Trends daran ablesen, wenn man nicht so sehr auf die einzelnen Werte, sondern auf die Unterschiede über die Zeit schaut.

Ich habe daher einmal die Statistiken nach Desktops gefiltert und für einzelne Länder und Regionen ausgegeben. Da Windows 8 und Windows 8.1 einzeln ausgewiesen werden, habe ich sie (wie Mac OS X) aufgrund ihrer technischen Nähe jeweils zusammengefasst dargestellt. Die Prozentzahlen sind ohne Nachkommastelle ausgewiesen, weswegen 1% zwischen 0,5 und 1,5% liegen kann:

Hier die üblichen Verdächtigen:

SNAGHTML2aeef993Region: Weltweit (Februar 2014)

Interessant wird es nun, wenn man einmal die regionale Verteilung betrachtet. Hier die Verteilung für Afrika, Asien, Europa, Nord- und Südamerika sowie Ozeanien:

SNAGHTML2aefa266Region: Afrika (Februar 2014)

SNAGHTML2af0647dRegion: Asien (Februar 2014)

SNAGHTML2af11c63Region: Europa (Februar 2014)

SNAGHTML2af1c3cfRegion: Nordamerika (Februar 2014)

SNAGHTML2af283d3Region: Südamerika (Februar 2014)

Nachdem die großen Erdregionen schon signifikant unterschiedliche Marktanteile für die verschiedenen Betriebssysteme ausweisen, bin ich noch einen Schritt weitergegangen und habe mal die Daten für Deutschland ausgewertet:

SNAGHTML2af5a4caRegion: Deutschland (Februar 2014)

Den einen oder anderen wird es sicher überraschen, dass Windows 8 in Deutschland heute weiter verbreitet ist, als Windows XP, welches nur noch auf dem dritten Platz liegt. Wenn man sich den durchschnittlichen Tenor der Artikel in der Presse so anschaut, ist das ein Ergebnis, das vermutlich wenige erwartet hätten.

Ein kurzer Blick auf den Vormonat zeigt, dass die Wachablösung im Februar 2014 erfolgte. In den 12 Monaten davor ist der Anteil von Windows XP (-34,8%) um mehr als ein Drittel eingebrochen.

Interessant ist auch zu sehen, dass in der gleichen Zeit der Marktanteil von Windows 7 (57,16%) auf hohem Niveau leicht nachgab (-1,82%). Aussagen, die einen massiven Wechsel von Windows XP vor allem zu Windows 7 suggerieren, finden hier keine Bestätigung.

Die weiteren Verlierer auf dem Desktopmarkt sind vor allem Windows Vista (-32%) und Linux (-1,35%), wobei das bei einem Marktanteil von 2,19% auch stärker von Messungenauigkeiten und Toleranzen betroffen ist.

Die klaren Gewinner sind Windows 8 (+222,69%) sowie mit Abstand danach Mac OS X (+18,69%), das von Windows 8 im August letzten Jahres überholt wurde.

Was viele in Summe bei weltweiten Zahlen unterschätzen, ist der Einfluss von Ländern wie China, Indien oder Russland mit ihren gewaltigen Bevölkerungen. Deshalb zum Schluss noch ein Blick auf die BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China:

SNAGHTML2afa27e1Region: Brasilien (Februar 2014)

SNAGHTML2afb8adcRegion: Russland (Februar 2014)

SNAGHTML2afd5c02Region: Indien (Februar 2014)

SNAGHTML2afeb1beRegion: China (Februar 2014)

Bei allen Zahlenspielerein sollte man eins nicht vergessen: Das Ende des Supports von Windows XP bedeutet nicht, dass Microsoft auch nur ein Windows XP-Kunde unwichtig ist. Auf Wunsch vieler Kunden und Partner haben wir im Jahr 2002 klar definierte, geschlossene Produktlebenszyklen eingeführt, um die Marktlaufzeit von Produkten und produktbezogenen Services transparent zu machen und Kunden maximale Planungssicherheit zu bieten. Hintergrund war unsere Erfahrung mit der Abkündigung von Windows NT, welches unsere Kunden auch nur schwer loslassen wollten.

Gemäß dem Microsoft Support Lifecycle beinhalten Microsoft-Unternehmens- und -Entwicklerprodukte, darunter Windows und Office, mindestens 10 Jahre Support (5 Jahre Mainstreamsupport und 5 Jahre Extended Support). Die Supportdauer kann dabei je nach gerade veröffentlichtem Service Pack auch länger ausfallen.

Windows XP ist nun sogar fast 13 Jahre alt und in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäß. Als es geschrieben wurde, gab es gerade einmal zwölf Millionen DSL-Anschlüsse weltweit. Als es veröffentlicht wurde, 1,9 Millionen in Deutschland. Für zwei Drittel der Bevölkerung war das Internet Neuland, welches man in der Regel durch pfeifende Modems oder ISDN-Karten mit Hilfe von Zugangsprogrammen von zum Beispiel AOL-CDs betrat.

Viele Software- und Hardwareanbieter stellen ebenfalls den Support für die Produkte ein, die unter Windows XP ausgeführt werden. Das Supportende betrifft ebenso andere Softwareprodukte aus der Zeit wie zum Beispiel Office 2003, Exchange Server 2003, SharePoint Portal Server 2003, etc. Auch das neue Office nutzt beispielsweise alle Vorteile des neuen Windows-Betriebssystems und kann nicht unter Windows XP ausgeführt werden.

Ohne die wichtigen Sicherheitsupdates sind Windows XP PCs und deren Daten in Zukunft stärker durch Viren, Spyware und andere Schadsoftware gefährdet. Auch Anti-Viren-Software wird keinen umfassenden Schutz mehr bieten, sobald der Support für Windows XP eingestellt wird.

Es ist viel Zeit vergangen. Technologien haben sich weiterentwickelt. Heute kann man sich Internetanbindungen sogar für zu Hause leisten, die schneller sind, als damals Clients mit Servern in internen Firmennetzwerken verbunden waren. Die wenigsten wissen noch, dass Windows XP sich zum Beispiel erst ab SP2 mit drahtlosen Netzen selbst verbinden konnte. Windows 8 dagegen unterstützt sogar getaktete Verbindungen über UMTS & LTE nativ.

Wer jetzt auf Windows 8.1 Pro und das neue Office umsteigt, kann von mehr als 10 Jahren technischem Fortschritt und innovativen Ideen für morgen profitieren: Höhere Sicherheit, Mobilität, Produktivität und Flexibilität sowie die Unterstützung moderner Endgeräte wie Touch-PCs und Tablets. Und das sind nur einige gute Gründe, jetzt mit der Zeit zu gehen.

Have fun!
Daniel

Comments
  • Dämliches Werbegeschwafel!

  • Dass nenne ich doch mal anonym eine fundierte Meinung gut begründet abzugeben. Respekt!

  • Beitrag wegen persönlichem Angriff gelöscht. Bitte sachlich bleiben und die Netiquette beachten.

  • > Aussagen, die einen massiven Wechsel von Windows XP vor allem zu
    > Windows 7 suggerieren, finden hier keine Bestätigung.

    Kein Wunder, hat doch Microsoft den Verkauf von Windows 7 eingestellt. Damit zwingt man die Leute ja fast schon, Windows 8 zu nutzen. Glücklicherweise werden noch genügend Win7-Lizenzen im Gebrauchtmarkt angeboten, und glücklicherweise haben europäische Gerichte ausdrücklich klargestellt, dass das legal ist, auch wenn Microsofts Verträge anderes sagen ...

  • Es tut mir leid für 'IT in der Wohlfahrt' aber an Deinen Aussagen und Schlüssen ist so ziemlich alles falsch, was falsch sein kann. Das Verkaufsende für PCs mit vorinstalliertem Windows 7 als Betriebssystem endet am 31. Oktober 2014. Kurzer Kalendercheck: Das liegt noch in der Zukunft! Käufer von Windows 8 haben ein Downgraderecht auf frühere Versionen (so wie früher Käufer von Windows 7, Vista, XP, 2000, etc.). Wer Windows 7 einsetzen möchte, den hindert niemand. Kein Zwang weit und breit. Deswegen meine Schlussfolgerung: Das Ende von XP erhöht nicht den Marktanteil von Windows 7.

Your comment has been posted.   Close
Thank you, your comment requires moderation so it may take a while to appear.   Close
Leave a Comment