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HowTo: Windows Azure mit 8 Cores via RDP

HowTo: Windows Azure mit 8 Cores via RDP

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Mein Kollege Tim Fischer (Platform Marketing Manager für Windows Azure & Technologiefan) stellte mir kurz vor Weihnachten die neue RDP-Rolle in Windows Azure vor. Ich musste mal wieder 4 Videos rendern und hätte meinen Rechner damit einen ganzen Tag lahm gelegt. Tim zeigte mir, wie ich mal eben auf einen Rechner mit 8 Cores bequem via RDP zugreifen kann, der den Job in viel kürzerer Zeit nebenbei erledigte. Das Geheimnis ist schnell gelüftet – der Rechner kommt aus der Cloud!

Bei Window Azure gibt es kostenlos für drei Wochen einen Windows Server 2008 mit 8 Cores als Gast bei Windows Azure via WebRole RDP. Der einzige Haken dabei ist, dass die Daten in der VM im Falle eines Serverausfalls nicht gesichert sind, solange man kein Windows Azure Drive nutzt. Tim zeigte mir Schritt für Schritt, wie ich dabei vorgehen muss.

Als erstes richtet man sich einen Windows Azure Test-Account ein:

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Mit den Daten meldet man sich am Windows Azure Portal unter http://windows.azure.com an (Klick auf “Use the New Portal”) und geht auf “Hosted Serviecs, Storage, Accounts & CDN”:

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Nun legt man einen neuen Dienst über “Create and Deploy a new Hosted Service” an:

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Jetzt die weiteren Daten (Servicenamen, URL der Websites, Server Standort “Location: EU” und “Deploy to Production Environment”) sowie eine Versionsnummer eingeben. Zur einfacheren Konfiguration kann man die beiden Dateien DemoAzureV2.cspkg und ServiceConfiguration.cscfg aus der Datei rdpPackage-8-core-machine.zip nehmen. Falls man die Konfiguration selbst erstellen möchte, gibt es diesbezüglich jede Menge Anleitungen:

Noch nicht auf OK klicken – wir brauchen noch das Zertifikat:

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Wem man schon über ein passendes SSL-Zertifikat verfügt, kann man im gleichen Dialog dieses über “Add Certificate” hinzufügen. Ansonsten erzeugt man ganz einfach selbst eins, indem man den Schritten aus dem Artikel Erstellen eines selbstsignierten Serverzertifikats in IIS 7 folgt oder makecert.exe aus dem Windows SDK nutzt, um an der Kommandozeile die notwendige Zertifikatsdatei zu erzeugen (alles in einer Zeile):

makecert -sky exchange -r -n "CN=<CertificateName>" -pe -a sha1 -len 2048 -ss My "<CertificateName>.cer"

WA_AddCert

Weitere Informationen findet man diesbezüglich unter How to Create a Certificate for a Role. Nun noch das Zertifikat hochladen und ein eventuelles Passwort für den privaten Schlüssel eingeben:

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Ich bekomme nun noch einen Hinweis, dass für dieses Deployment keine SLA gilt, weil ich eine Instanz natürlich nicht ausfallsicher betreiben kann. Nach der Bestätigung  wird der Server für mich eingerichtet:

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Nach einiger Zeit taucht der Server hier auf:

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Man sollte nun einen neuen Username und ein neues Password setzen. Dazu wählt man die WebRole1 aus und muss dann Configure drücken:
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Hier gebe ich ein neues Password an, das dann auch gesetzt wird, während die VM erstellt und gebootet wird. Wer will, kann über diesen Dialog auch das Zertifikat ändern und sich ein eigenes RDP Package mit Visual Studio bauen:

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Nach dem Bestätigen übernimmt Windows Azure die Erstellung des Servers. Ich kann in der Zwischenzeit mein eigenes Zertifikat auf dem Computer installieren, von dem ich mich mit dem neuen Server via RDP verbinden möchte:

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Nach ein paar Minuten sieht es dann im Windows Azuer Portal so aus und ich kann durch klicken auf “WebRole1_IN_0” und das “Remote Desktop”-Icon eine RDP-Steuerungsdatei herunterladen und ausführen, welche dann die Verbindung aufbaut:

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Nun kommt der übliche RDP Login Screen und ich gebe dort Username und Password an wie oben gesetzt. Hinweis: ein “\” hilft beim Username die eigene Domäne wegzubekommen:

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dann…

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…und wir haben administrative Rechte:

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Nun kann man ganz normal alles nachinstallieren, was man braucht. Über Systemsteuerung > Windows Features Hinzufügen die “Desktop Experience” hinzufügen, ein Encoding-Tool installieren und los geht! Natürlich ist auch der Internet Information Server nun auf dem Server verfügbar und es wurde bereits eine kleine “Hello World App” installiert, die unter der oben ausgewählten URL abrufbar ist. Mit dem IIS kann man nun auch normal arbeiten.

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Have fun!
Daniel

Comments
  • Braucht man dazu Vista oder reicht XP?

  • Da die 8 Core-Maschine via RDP ferngesteuert wird, geht das natürlich auch problemlos mit Windows XP.

  • Also mir hat's fast die Sprache verschlagen, als ich entdeckte, dass Full-HD Video per Remotedesktop(!) tatsächlich butterweich und ununterscheidbar von lokaler Darstellung möglich ist. Und das obendrein auch noch aus einer Hyper-V R2 VM heraus. (Win7-Win7) Die Netzwerklast lag bei ca. 2,5MB/s. (Hyper-V Host: iCore7, DX10 low-end ATI HD4350)

    Vom SP1 und echter DX11 Hardware erhoffe ich mir ein gleichziehen der Aero-Darstellung mit dem lokalen Erlebnis hinsichtlich der Performance (Fenster ziehen z.B. laggt unschön). Die Zeiten in denen die Grafikkarte im Server egal war sind wohl endgültig vorbei, gibt es eigentlich irgendwelche Erkenntnisse darüber hier ATI oder Nvidia zu bevorzugen ist, insbesondere eben für das Szenarion RDP in Hyper-V R2 VMs?

  • > dass Full-HD Video per Remotedesktop(!) tatsächlich butterweich und ununterscheidbar von lokaler Darstellung möglich ist

    Darauf hat mein Arbeitgeber bestimmt 20 Jahre gewartet und wird es bestimmt schon morgen einsetzen *sarkasmus*

    > Fenster ziehen z.B. laggt unschön

    Wo hat Microsoft dir die Eigenschaft "kein Lag bei Fensterziehen" vertraglich zugesichert? Willst Du Schadensersatz?

  • @McKay: Ich hatte schon den Iron Man Trailer als 1080p FullHD Video und Aero Glass via RDP auf dem Launchevent von Windows 7 und Windows Server 2008 R2 in meiner Session 2009/2010 live gezeigt. Wenn Du den Schieberegler am RDP-Client auf LAN stellst (und die Bandbreite da ist), ruckelt da nichts mehr. Dank Multimedia Redirection werden die Filmdaten einfach als Stream an den Media Player auf dem Client geschickt und dann lokal gerendert und dargestellt.

    Was Du vermutlich meinst, ist RemoteFX. Das kommt mit SP1 und erlaubt noch weitergehende Grafikübertragungen. Dazu wird eine DirectX 9.0c und DirectX 10.0 taugliche Grafikkarte im Server gebraucht (siehe TechNet-Artikel Hardware Considerations for RemoteFX). Oder ein recht günstig herzustellender Zusatzbaustein (ASIC), der die Bildkomprimierung viel effizienter als die heutigen Grafikkarten übernehmen kann.

    @Kei-PC: Was man selbst benötigt, findet man in der Regel auch sinnvoll. Was man jedoch nicht selbst benötigt, ist deswegen nicht automatisch unsinnig. Denk mal an VDI-Szenarien. RemoteFX ein riesiger Fortschritt für alle Clients, die als VMs auf einem Backend laufen. Der Bedarf ist gerade bei vielen großen Unternehmen da.

    Viele Grüße,
    Daniel

  • > recht günstig herzustellender Zusatzbaustein (ASIC), der die Bildkomprimierung viel effizienter als die heutigen Grafikkarten übernehmen kann.

    Also, dann ist das kein FullHD, sondern "komprimiertes FullHD", d.h. "Artifakte ohne Aufpreis"? Hat Microsoft "Artifakte ohne Aufpreis" schon patentiert?

    Erinnert mich an die 90er Jahre: Internet via Modem und GIFs.

    "günstig herzustellen" heisst aber nicht, dass a) diese Bausteine kompatibel zu vorhandenen Bladecentern sind und b) auch "günstig" verkauft werden

  • Du erwartest nicht wirklich ernsthafte Antworten auf Deine teils sinnfreien Kommentare, oder?

  • @Melanchton: Falls Sie mich meinen: Ich denke, Sie haben "wenig" über die Selbstoffenbarungskomponente ihrer letzten Nachricht gegrübelt - da dürfte einige Mundwickel nach oben rucken bzw. die von anderen Microsoft-Mitarbeitern eher nach unten.

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