.: Daniel Melanchthon :.

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Wie wechsle ich den Laufwerksbuchstaben des OS-Laufwerks?

Wie wechsle ich den Laufwerksbuchstaben des OS-Laufwerks?

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Da ich jetzt zum zweiten Mal in die Falle getappt bin, dass sich beim Sichern und Wiederherstellen von Windows-Installationen die Laufwerksbuchstaben verschoben haben, poste ich einmal meine Lösung des Problems. Egal ob man 3rd Party Imagingsoftware, das Complete PC Backup oder ImageX benutzt – es kann passieren, dass man nach dem Wiederherstellen (insbesondere wenn man dabei die Partitionierung verändern will) beim Starten der Windows-Installation keinen Desktop mehr bekommt, weil sich der Laufwerksbuchstabe der OS-Partition verändert hat.

Anbei mal ein Beispiel: Ich hatte Windows 7 Enterprise auf einem Rechner installiert. Das Setup fand eine jungfräuliche Festplatte vor und legte akkurat zwei Partitionen an. Eine 20 MB Systempartition und den Rest als Startpartition für Windows. Die Systempartition hat in Windows 7 keinen Laufwerksbuchstaben mehr. Die Startpartition hatte C:.

Jetzt wollte ich zur Vorbereitung der CeBIT ein zweites Windows 7 parallel installieren, das ich dann für Vorführungen auf der CeBIT benutzen wollte. Zum Einsatz kam Windows 7 Ultimate. Die Installation ist kinderleicht. Im laufenden Windows 7 Enterprise diskmgmt.msc aufgerufen und die bestehende C:-Partition verkleinert. Danach von der Installations-DVD gebootet und in den freien Platz die zweite Windows 7-Installation parallel installiert. So weit, so gut.

Nachdem ich fertig war mit dem Einrichten der Demoinstallation stellte ich fest, dass es sinnvoller ist, nur eine Windows-Installation auf der CeBIT zu benutzen. Warum? Ganz einfach: Direct Access. Ich kann mit diesem neuen Feature in Windows 7 über nahezu beliebige Internetverbindungen mit dem Firmennetzwerk verbunden sein, ohne einen VPN-Client benutzen zu müssen. Das will ich natürlich auf der CeBIT auch zeigen und dann jedes Mal rebooten geht nicht wirklich auf Dauer.

Was tun? Warum nicht einfach die Windows 7 Enterprise-Installation wegwerfen und die zweite Windows 7 Ultimate-Installation als primäres System nutzen? Der einzige Nachteil ist die Tatsache, dass ich für Ultimate einen Lizenzkey brauche, während die Enterprise-Version von unserem internen KMS-Server versorgt wird. Naja, einen Ultimate-Key für Windows 7 zu besorgen ist für mich nicht so schwierig. Da muss ich nicht lange suchen ;-)

Als erstes stellte ich fest, dass es nicht reicht, wenn ich die bestehende Windows 7 Enterprise-Installation einfach lösche. Da die parallele Ultimate-Installation auf der Festplatte hinter der Enterprise-Installation liegt, kann ich den dadurch frei werdenden Speicherplatz nicht der Ultimate-Partition mit Boardmitteln zuschlagen. Ich muss also die Ultimate-Partition verschieben.

Wie macht man das? Mit Boardmitteln geht das am einfachsten mit ImageX. Das findet man im WAIK, welches ich sogar schon installiert hatte. Es ist Teil meiner Demoszenarien. Also muss man nur noch in ein Windows PE booten. Das geht zum Beispiel von der Windows 7 Setup-DVD, wenn man nicht das Setup startet, sondern die Fehlerbehebung als Option auswählt. Bei Microsoft intern können wir direkt über das Netzwerk auch von einem WDS-Server booten und dort ein Windows 7 Recovery Environment x86 (WinRE) starten. Das klang schon mal vielversprechend. Danach öffnet man eine cmd-Shell, schaut mit diskpart.exe nach, welche Partition welchen Laufwerksbuchstaben hat (das Kommando in Diskpart heißt lis vol) und schon kann es losgehen.

Als Sicherungsziel schließe ich eine externe USB-Festplatte an, die den Laufwerksbuchstaben D: bekommt. G: ist das Ultimate- und F: das Enterprise-Volume. Als nächstes starte ich Diskpart, um die Partition mit der Enterprise-Installation zu löschen. Dazu wählt man die entsprechende Festplatte (bei mir Disk 0 – wer nicht sicher ist, schaut mit lis dis nach) mit dem Kommando sel dis 0 aus. Danach schaut man mit lis par sich die Partitionen an. Partition 1 ist bei mir die 200MB Systempartition. Partition 2 die Enterprise- und Partition 3 die Ultimate-Installation. Mit sel par 2 und einem folgenden format FS=NTFS quick geht es der Enterprise-Partition an den Kragen. Danach verlässt man Diskpart und macht mit ImageX weiter.

Ich kopiere mit xcopy /cherky "G:\Program Files\Windows AIK\Tools\x86" "d:\ImageX" die notwendigen Tools von der Quellpartition auf meine externe Festplatte und bestätige, dass ImageX ein Verzeichnis werden soll. Nun kann ich in den Ordner D:\ImageX wechseln und mit imagex.exe /compress fast /capture F: D:\Ultimate.wim "Windows 7 Ultimate" /verify die Partition snapshotbasierend in eine Imagedatei sichern. Wer mit 64bit- oder ia64-Systemen arbeitet, muss im obigen Kopiervorgang den Ordner amd64 oder ia64 nehmen.

Die Vorgehensweise ist übrigens sehr gut im Windows Vista Deployment Step-by-Step Guide unter Step 4: Creating an Image in dem Abschnitt To capture the installation and store it on a network share beschrieben. Zur Wiederherstellung benutzt man folgende Parameter: Imagex.exe /apply F:\Ultimate.wim 1 G: Das Wiederherstellen ist ebenfalls im Windows Vista Deployment Step-by-Step Guide unter Step 5: Deploying an Image unter To deploy a custom image from a network share näher erläutert. Dort findet man auch noch die Anleitung, wie man mit Diskpart die ganze Festplatte löscht. Das habe ich nicht benötigt, weil ich die Systempartition ja beibehalten wollte.

Nach dem Neustart gab es jetzt die Falle: Die Ultimate-Installation startete mit dem Startlaufwerk D: anstatt C:. Das führt dazu, dass zum Beispiel kein Explorer mehr geladen und dadurch kein Desktop dargestellt wird. Man kann zwar über Strg+Alt+Entf den Taskmanager starten und dort dann als neuen Task eine Explorer-Instanz ausführen, aber so richtig glücklich wird damit auf Dauer nicht. Vor allem, weil fast kein Programm so richtig laufen will.

Wie bekommt man nun die Laufwerksbuchstaben zurückgetauscht? In der laufenden Installation geht das natürlich nicht. Die erste Idee wäre, zurück zum WinRE-Netzwerkboot (oder Windows PE über die Setup-DVD) zu wechseln. In WinRE bekommen Festplatten andere Buchstaben zugeordnet als in der laufenden Installation, da das WinRE in eine RAM-Disk bootet. Es hilft auch nicht, hier mit Diskpart Laufwerksbuchstaben zu ändern (das geht mit den Kommandos remove und assign). Die Windows-Installation entnimmt nämlich aus der Registry, welche Partition von welchem Laufwerk welchen Buchstaben bekommen soll. Die Zuordnung erfolgt über eine GUID.

Die richtige Lösung heißt Neustart im abgesicherten Modus. Man kann über Strg+Alt+Entf sich einen Dialog aufrufen, von dem man aus den Rechner sicher rebooten kann. Beim nächsten Reboot dann F8 gedrückt und in den abgesicherten Modus gewechselt. Hier logged man sich ein, startet mit regedit.exe den Registryeditor und edittiert die Laufwerksbuchstaben: geht man zu dem Registrierungsschlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\MountedDevices und sucht nach dem (neuen) zu verwendenden Laufwerksbuchstaben. Wenn man z.B. C: wiederherstellen will, sucht man nach "\DosDevices\C:". Auf diesen klickt man mit der rechten Maustaste und wählt Umbenennen. Jetzt gibt man ihm einen noch nicht vergebenen Laufwerksbuchstaben , beispielsweise "\DosDevices\X:".

Dadurch wird der Laufwerkbuchstabe C freigegeben. Nun sucht man nach dem Laufwerksbuchstaben, den man ändern möchte. Bei mir war das "\DosDevices\D:". Hier kann man dann mit der rechten Maustaste auf \DosDevices\D: klicken und den den Eintrag in den gewünschten (neuen) Laufwerksbuchstaben "\DosDevices\C:" abändern. "\DosDevices\X:" kann man dann zurückbenennen in "\DosDevices\D:". Zum Schluss verlässt man Regedit und startet den Computer neu. Jetzt sollte alles wieder wie vorher funktionieren. Der ganze Vorgang ist sogar von Microsoft Schritt für Schritt im Artikel Wiederherstellen des Laufwerksbuchstabens für das System- oder Startlaufwerk unter Windows dokumentiert.

Comments
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    Sehr interessanter Artikel! Man sollte allerdings wenigstens einmal in der Beschreibung der Befehle darauf hinweisen, dass hier die Kurzform der Befehle (die zwar genauso gut funktioniert aber auch in der Hilfe der Befehle zu Diskpart nicht dokumentiert wird) verwendet wird. Also "lis vol" heisst in Wirklichkeit "list volume" und wird unter diesen Begriffen auch in der Hilfe erklärt.

  • Hallo Daniel,

    schade daß ich nicht einfach mal vorher auf Deine Seite geschaut habe...Guter Artikel und ich hätte viel Zeit gespart.

    Letzte Woche bin ich genau bei diesem Problem (unter XP) auf die Nase gefallen und habe einige Tage benötigt, um überhaupt erst einmal das Problem zu lokalisieren, da ich anfangs von einem Boot Problem ausging, nachdem ich eine neue SATA als Systemplatte hinzugefügt hatte.

    Sorry - aber an diesem Punkt muss ich einfach sagen - es ist traurig und unmöglich, daß solche (oben geschilderten) Lösungen einem Kunden zugemutet werden und es demzufolge einem normalem User unmöglich gemacht wird, ein simples Image (egal welchen Herstellers...) auf eine neue HDD (zurück) zu spielen, nur weil die alte HDD allmählich das Zeitliche segnet oder nicht mehr ausreicht - oder, oder...

    Mir kommt es wie ein Schildbürgerstreich vor und ähnelt inhaltlich dem leidigen Thema: "Lampenwechsel an einem Kleinwagen", welcher leider nur in der Werkstatt vollzogen werden kann.

    Wozu werden Usability Tests durchgeführt, wenn seit ca. 6 Jahren und mittlerweile 4 verschiedenen Betriebssystemen immer wieder die gleichen Fehler wiederholt werden und grundlegende Funktionen eines graphischen Betriebssystems nur durch manuelle Eingriffe in die Registry errecihbar sind?

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