Im zweiten Teil schauen wir jetzt auf die Neuerungen von Exchange 2007 im Hinblick auf Mobile Messaging. Exchange 2007 bietet verschiedene neue Features, die die Leistung Ihrer Windows Mobile 6-Messaginglösung erhöhen und die Verwaltung vereinfachen. Nahezu alle Verwaltungsaufgaben erfolgen über die Exchange-Verwaltungskonsole. Zusätzliche Tools zur Geräteverwaltung sind somit überflüssig.

Die folgenden Features sind dabei neu in Exchange Server:

  • Neue Exchange Server 2007 ActiveSync-Funktionalität
  • Exchange ActiveSync-Postfachrichtlinien
  • Verteilte Serverfunktionen
  • Exchange-Verwaltungskonsole
  • Microsoft Exchange Server 2007 Management Pack für Microsoft Operations Manager (MOM) 2005

Neue Exchange Server 2007 ActiveSync-Funktionalität

Exchange ActiveSync wird bei installierter Client Access-Serverfunktion standardmäßig für Exchange Server 2007 aktiviert. Exchange ActiveSync ist in Exchange Server 2007 verbessert worden. Folgende neue ActiveSync-Features sind verfügbar:

  • Unterstützung für HTML-Nachrichten
  • Unterstützung für Nachverfolgungskennzeichnungen
  • Unterstützung für den schnellen Nachrichtenabruf
  • Informationen zu Besprechungsteilnehmern
  • Verbesserte Exchange-Suche
  • Zugriff auf Windows SharePoint Services- und UNC-Dokumente
  • Zurücksetzen der PIN
  • Erweiterte Features zur Gerätesicherheit durch Kennwortrichtlinien
  • Unterstützung für die Abwesenheitskonfiguration

Exchange ActiveSync-Postfachrichtlinien

Mithilfe von Exchange ActiveSync-Postfachrichtlinien kann der Administrator einer Benutzergruppe eine Reihe allgemeiner Richtlinien und Sicherheitseinstellungen zuweisen. Mit Exchange Server 2007 sind verschiedene zusätzliche Richtlinien eingeführt worden, die eine umfassendere Verwaltung der Mobile Messaging-Umgebung ermöglichen.

Über die Exchange-Verwaltungskonsole können die folgenden Richtlinienoptionen für Mobile Messaging festgelegt werden:

Sicherheitsoption Beschreibung
Alphanumerisches Kennwort anfordern Verwenden Sie diese Option, wenn die Benutzer Kennwörter aus Zahlen und Buchstaben verwenden sollen. Diese Option ist nicht standardmäßig aktiviert.
Kennwortwiederherstellung aktivieren Der Administrator kann mithilfe der Exchange-Verwaltungskonsole ein Wiederherstellungskennwort abrufen.
Verschlüsselung auf dem Gerät anfordern Verlangt für Smartcards eine Verschlüsselung auf dem Gerät.
Einfaches Kennwort zulassen Aktiviert oder deaktiviert die Möglichkeit, ein einfaches Kennwort wie „1234“ zu verwenden.
Minimale Kennwortlänge Gibt die minimale Kennwortlänge an.
Zeitraum ohne Benutzereingabe, bis das Kennwort erneut eingegeben werden muss Gibt an, ob sich der Benutzer nach Ablauf der angegebenen Minuten, während denen das Gerät nicht verwendet wurde, anmelden muss. Diese Option ist nicht standardmäßig aktiviert. Bei Aktivierung beträgt die Standardeinstellung 5 Minuten.
Kennwortablauf Der Administrator kann den Zeitraum konfigurieren, nach dem ein Gerätekennwort geändert werden muss.
Das Herunterladen von Anlagen auf das Gerät zulassen Ermöglicht das Herunterladen von Anlagen auf das mobile Gerät.
Nicht bereitstellbare Geräte zulassen Lässt die Verbindung älterer Geräte mit Exchange Server 2007 über ActiveSync zu.

Eine detaillierte Übersicht über die Postfachrichtlinien von Exchange Server 2007 finden Sie in Informationen zu Exchange ActiveSync-Postfachrichtlinien.

Verteilte Serverfunktionen

Die Bereitstellung von Exchange Server 2007 kann als Standardinstallation oder benutzerdefiniert erfolgen. Bei einer Standardinstallation werden einer einzelnen Plattform mehrere Serverkomponenten (Serverfunktionen) hinzugefügt.

Eine Serverfunktion ist eine Einheit, mit der Features und Komponenten, die zum Ausführen bestimmter Funktionen in der Messagingumgebung erforderlich sind, logisch zusammengefasst werden. Die Serverfunktion dient als Server, der zur automatischen Bereitstellung bestimmter Features ausgeführt werden kann.

Serverfunktionen sind die vorrangigen Bereitstellungseinheiten und ermöglichen dem Administrator eine einfache Auswahl der Features, die auf einem Exchange-Server installiert werden sollen. Logisch in Serverfunktionen gruppierte Features bieten folgende Vorteile:

  • Die Angriffsfläche eines Exchange-Servers wird verringert. Der Administrator kann weitere Back-End-Server hinzufügen, ohne den Betrieb der Clientzugriffsserver zu unterbrechen und ohne dass von außerhalb des Unternehmens-LANs auf diese Server zugegriffen werden kann.
  • Die Installation ist einfach, und die Server können voll und ganz den Geschäftszielen und -anforderungen entsprechend angepasst werden.
  • Die Serverleistung kann sich erhöhen, da die Gesamtauslastung (CPU- und Speichernutzung) auf zusätzliche Serverplattformen verteilt werden kann.

In einer Mobile Messaging-Bereitstellung sind die folgenden Exchange Server 2007-Serverfunktionen entscheidend:

  • Client Access-Serverfunktion (Clientzugriffsserver)
    Diese Funktion unterstützt Microsoft Exchange ActiveSync-Clientanwendungen sowie die Protokolle POP3 (Post Office Protocol Version 3) und IMAP4 (Internet Message Access Protocol Version 4rev1). Dabei handelt es sich um die vorrangige Serverkomponente des Mobile Messaging-Systems. Der Clientzugriffsserver dient in einer Topologie mit verteilten Funktionen als Front-End-Server für den Postfachserver (Back-End).
  • Mailbox-Serverfunktion (Postfachserver)
    Dieser Back-End-Server stellt Postfächer und öffentliche Ordner bereit.

Hinweis: Zu den weiteren, hier nicht oder nur kurz erwähnten Serverfunktionen gehören Edge-Transport-, Hub-Transport und Unified Messaging. Die Client Access-Serverfunktion beinhaltet die ActiveSync-Kommunikation mit einem Windows Mobile-basierten Gerät. Sie ist die entscheidende Komponente einer Mobile Messaging-Bereitstellung. (Siehe Szenarien der Netzwerkarchitektur.)

Weitere Informationen zu Microsoft Exchange 2007-Serverfunktionen finden Sie im Leitfaden zu den Serverfunktionen in Microsoft Exchange Server 2007 (möglicherweise in englischer Sprache).

Exchange-Verwaltungskonsole – Übersicht

In Exchange Server 2007 ersetzt die Exchange-Verwaltungskonsole den Exchange-System-Manager von Exchange Server 2003. Mit der Exchange-Verwaltungskonsole können Sie alle Server, Empfänger und Organisationskomponenten Ihrer IT-Infrastruktur verwalten.

Ein Aktionsbereich zeigt dem Administrator nun die Aktionen an, die für die in der Konsolenstruktur oder dem Ergebnisbereich ausgewählten Elemente verfügbar sind. In Bezug auf Mobile Messaging heißt das z. B., dass im Aktionsbereich neue Postfachrichtlinien erstellt oder Daten eines mobilen Geräts gelöscht werden können.

Hinweis: Das Exchange ActiveSync Mobile Administration Web Tool ist in Exchange Server 2007 nicht mehr verfügbar. Das Webtool ermöglicht Administratoren, die remote Bereinigung von verlorenen, gestohlenen oder auf andere Weise gefährdeten mobilen Geräten in einer Exchange Server 2003-Umgebung durchzuführen. Diese Funktionalität ist der Exchange-Verwaltungskonsole hinzugefügt worden. Somit sind nun alle Verwaltungsfunktionen in einer einzigen Benutzeroberfläche zusammengefasst.

Microsoft Exchange Server 2007 Management Pack für Microsoft Operations Manager (MOM) 2005

Das Exchange Server 2007 Management Pack enthält Regeln und Skripts zur Überwachung und Berichterstellung hinsichtlich der Leistung, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit aller Exchange 2007-Serverfunktionen: Mailbox, Client Access, Hub-Transport, Edge-Transport und Unified Messaging. Die Themen zum Exchange Server 2007 Management Pack für MOM 2005 erläutern, wie die Messagingressourcen überwacht und verwaltet werden. Sie finden die speziellen Themen online im Abschnitt zum Überwachen von Exchange 2007 mit Microsoft Operations Manager 2005 SP1 (möglicherweise in englischer Sprache).

MOM 2005 und Microsoft Exchange Server 2007 sind für das Microsoft Exchange Server 2007 Management Pack erforderlich.

Weitere Artikel zu dem Thema habe ich in Windows Mobile 6 mit Microsoft Exchange Server 2007 verlinkt.