.: Daniel Melanchthon :.

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Robocopy GUI

Robocopy GUI

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Wer mich kennt, weiß, daß ich mich schon seit langem mit Windows Vista beschäftige. Das bedeutet für mich zum Beispiel das regelmäßige Kopieren großer Datenmengen von A nach B (in meinem Fall von Redmond oder Dublin nach München). Die Funktionen zum Kopieren von Dateien sind unter Windows traditionell mausgesteuert. Das funktioniert ausreichend gut bei einfachen Aufgaben (wie dem Verschieben eines Dokuments aus einem Verzeichnis in ein anderes). Oft fehlen aber einfach erweiterte Funktionen wie zum Beispiel die Möglichkeit, einen Kopiervorgang nach einem kurzen Netzwerkausfall wiederherzustellen. Nichts ist ärgerlicher, als ein Abbruch des Kopiervorgangs eines 2,5 GB großen ISO-Images bei 99%.

Abhilfe schaffen für mich zwei kleine Tools. Mit dem einen kann ich Aufträge für BITS (Background Intelligent Transfer Service) erzeugen. Damit nutzt mein Rechner die nicht von mir benutzte Bandbreite der Netzwerkverbindung und kopiert scheibchenweise die Datei, bis alle Daten übertragen wurden. Ich kann dabei weiterarbeiten, wie ich möchte, da BITS auch Netzwerkunterbrechungen toleriert und nicht die Datei von vorn neu kopiert. Das funktioniert sowohl weltweit beim Verteilen von Microsoft Updates, als auch für meine Zwecke ganz prima.

Das zweite Tool der Wahl ist für mich Robocopy. Dieses leistungsfähige Dienstprogramm aus den Windows Server 2003 Resource Kit Tools stellt erweiterte Funktionen zum Kopieren, Verschieben und Spiegeln und Synchronisieren von Dateien und Verzeichnissen bereit. In Windows Vista ist Robocopy übrigens schon out-of-the-box mit dabei.

Mit Robocopy sind sehr komplexe Dateireplizierungsaufgaben möglich. Zum Beispiel kann man mit Robocopy vollständig gespiegelte Duplikate von zwei Dateistrukturen einschließlich aller Unterverzeichnisse und Dateien anlegen, ohne dass dabei unnötige Dateien kopiert werden müssten. Nur neue und aktualisierte Dateien am Quellspeicherort werden kopiert. Robocopy unterstützt außerdem alle verbundenen Dateiinformationen, einschließlich der Datums- und Zeitstempel, Sicherheitszugriffssteuerungslisten (ACL) und vieles mehr.

Der Clou daran: Man kann zuerst die Informationen über die Datenstruktur übertragen. Robocopy erzeugt also im ersten Schritt die ausgewählte Verzeichnisstruktur und legt alle Dateien als leere Dateien mit 0kb Größe an. Damit hat man die Strukturinformationen gesammelt am Anfang der Festplatte abgelegt, was die Zugriffsgeschwindigkeit drastisch erhöht. Im zweiten Schritt läßt man dann Robocopy die Inhalte transferieren. Robocopy ist daher für mich ein unverzichtbares Werkzeug für die oft anfallende Arbeit der Datenmigration von Server zu Server.

Natürlich hat jeder von uns eine andere Arbeitsweise. Viele meiner früheren Kunden mochten Robocopy von Anfang an, kamen aber mit der Kommandozeile nicht so gut zurecht und fanden die vielen Schalter eher verwirrend. Für diese gibt es jetzt Robocopy GUI. Diese Erweiterung zu Robocopy wurde von Derk Benisch entwickelt, einem Systemingenieur aus der MSN Search Group bei Microsoft. Dank seinem Dienstprogramm können Benutzer Robocopy-Skripts über eine einfache und sehr vertraut wirkende grafische Benutzeroberfläche anpassen.

Mit Robocopy GUI können die Quell- und Zielpfade sowie alle gewünschten benutzerdefinierten Optionen oder Filter angegeben werden. Man kann darin festlegen, ob eine Laufwerkszuordnung erstellt werden soll, wo die resultierenden Protokolle gespeichert werden sollen und vieles mehr. Das sind alles Funktionen, die mit den traditionellen Befehlszeilenfunktionen von Robocopy ausgeführt werden können. Für viele Benutzer wird der Prozess durch eine grafische Oberfläche jedoch deutlich erleichtert.

Robocopy GUI Screenshot Robocopy GUI Screenshot Robocopy GUI Screenshot Robocopy GUI Screenshot Robocopy GUI Screenshot Robocopy GUI Screenshot

Robocopy GUI erweitert außerdem die Funktionalität des klassischen Robocopy. Durch die Multithreading-Fähigkeit kann man ein Robocopy-Skript erstellen, auszuführen und bereits mit der Entwicklung eines anderen Skripts beginnen, während das erste Skript immer noch läuft. Man kann die Skripte auch speichern, um eine Bibliothek aus allgemeinen Skripts herzustellen und mit Kollegen auszutauschen. Die wichtigste Funktion besteht dabei darin, dass man mit der Robocopy GUI die eigenen Standardeinstellungen abspeichern kann und nicht jedes Mal von vorn beginnen muss.

Robocopy GUI beinhaltet darüber hinaus eine eigene Hilfedatei sowie eine integrierte Kopie des vollständigen Robocopy-Referenzhandbuchs. Diese Referenz enthält einen vollständigen Index aller Robocopy-Befehle und der gesamten Syntax und hilft bei der Auswahl der richtigen Einstellungen.

Comments
  • Hi Daniel,

    wie heißt denn das Tool, welches Du verwendest, um Aufträge für BITS zu erzeugen? Ich kann im Text oben keinen Hinweis dazu (bzw. wo es erhältlich ist) finden. Ich kenne nur den BITS-Admin aus dem Ressource-Kit, meinst Du den?

    Bob

  • War ja ein schöner Ansatz, aber ich vermisse in der GUI eine Beschreibung der einzelnen Optionen. So bringt das Tool fast nichts außer das ich eine Maus schieben kann.

    Was nett gewesen wäre wenn an statt der Paramter die Paramterbeschreibung dar stünde.

    Vielleich in der nächsten Version.

  • Hallo Andy,

    die Parameterbeschreibung gibt es als Word-Datei im Paket. Eine Onlinehilfe wäre natürlich auch schick - ich steck das mal in das Fach "Platz für Verbesserung lassen". Das interessante an der GUI ist nicht zwingend das "Mausschubsen", sondern die Möglichkeit, die Einstellungen als Skripte abzuspeichern. Damit kann man sich für regelmäßige Jobs sehr einfach eine kleine Bibliothek anlegen.

    Viele Grüße!

    Daniel

  • Hallo Bob,

    BITS-Aufträge kann man an der Kommandozeile erzeugen und mit dem BITS-Admin verwalten. Ich selbst benutze ein selbstgeschriebenes Tool meiner amerikanischen DPE-Kollegen, welches für BITS eine grafische Oberfläche zur Verfügung stellt.

    Viele Grüße!

    Daniel

  • Hast du einen Link zu dieser "grafische Oberfläche"? Wäre recht nützlich.

    Gruß

    Heffa

  • Hallo Heffa,

    der Begriff "Robocopy GUI" im Text ist mit dem Link direkt versehen:

    http://download.microsoft.com/download/f/d/0/fd05def7-68a1-4f71-8546-25c359cc0842/UtilitySpotlight2006_11.exe

    Viele Grüße!

    Daniel

  • Hallo,

    für BITS gibt es einen Downloadmanager:

    http://sourceforge.net/projects/winbits/

    Vorteil ist, dadurch das der Sourcecode vorliegt kann man es anpassen.

    Viele Grüße!

    Frank

  • zur Robocopy Oberfläche:

    Fährt man mit der Maus über den entspr. Parameter wird die Bedeutung dieses Parameters angezeigt, oder meinte Andy was anderes?

    Was Heffa evtl. meinte (und mich auch interessieren würde): Gibt es einen Link zu dem BITS-Frontend deiner amerikanischen Kollegen?

    Oder ist das nicht veröffentlicht?

    Bob

  • Hi Daniel,

    ja, ist mir auch schon aufgefallen als ich vor einigen Wochen mit XCOPY Jobs erstellen wollte und XCOPY Mir sagte ich solle doch lieber ROBOCOPY nehmen. Coole Sache.

    Gruss Marc

  • Hallo Bob,

    es handelt sich um ein selbstgeschriebenes Tool, welches nicht öffentlich zur Verfügung steht. Leider können wir nicht alle Tools, die wir uns selbst schreiben, veröffentlichen. Aber Frank hat einen Link auf ein frei verfügbares Tool gepostet, das anscheinend ähnliches tut.

    Viele Grüße!

    Daniel

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