.: Daniel Melanchthon :.

Banging your head against a wall uses 150 Calories an hour.

Reisefieber

Reisefieber

  • Comments 6
  • Likes

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen! Die Rückreise aus Seattle sollte mich eigentlich in rekordverdächtigen zwölf Stunden über Kopenhagen nach München führen. Nur hat wohl niemand mit Väterchen Frost gerechnet. Nach zwölf Stunden saß ich nämlich immer noch im ersten Flugzeug von Seattle nach Kopenhagen. Nach zwei Stunden kreisen über der Nordsee erschien als neues Ziel Stockholm auf den Schirmen und der Airbus begann wieder zu steigen: Der Kapitän verkündete, daß Kopenhagen genauso wie Oslo und alle kleineren Flughäfen in der Nähe wegen Schneesturms geschlossen waren.

Naja dachte ich, zum Glück passiert das nicht auf dem Weg in die USA, denn da habe ich so meine Erfahrungen mit der Krisenbewältigung am Boden. Besser gesagt mit der fehlenden... aber lassen wir das. In good old Europe sollte das ja ein Klacks sein. Dachte ich. Was soll ich sagen: Falsch gedacht! In Stockholm durften geschätzte 300 Passagiere durch den Flughafen irren. Kein SAS-Personal weit und breit zu sehen. Keine Information, was man nun tun sollte, wohin man gehen muß, an wen man sich wenden kann.

Ein Grenzbeamter hielt alle Reisende davon ab, durch die Grenzkontrolle zu gehen, weil man dann nur wieder mit einen kompletten Security-Check zurück in ein Terminal kommen könnte. Wir sollten ins Terminal F. Nur steht vor dem Terminaleingang auch eine Security-Station. Besser gesagt, ein Security-Check. Da wurden wir also alle durchgeschleust, obwohl wir uns unterwegs wohl kaum etwas gefährliches haben backen können. Daß der Metalldetektor nicht funktionierte und wir alle nur händisch abgetastet wurden (von einer Frau wohlgemerkt, aber wer kann sich schon einer blonden Skandinavierin widersetzen), wurde da als Nebensächlichkeit abgetan. Vorschrift sei Vorschrift! Jetzt habe ich wenigstens mal persönlich erlebt, was serialisieren bedeutet.

Nach weiteren eineinhalb Stunden hatte ich diese Hürde hinter mich gebracht und stand in einer von drei Schlangen vor dem SAS Service Center. Natürlich wäre es naheliegend, wenn SAS anhand der abgehenden Flüge vorgehen würde und die Passagiere bevorzugt umbuchen würde, für deren Originalziel als nächstes Flugzeuge abheben würden. Aber das war wohl zuviel verlangt. Ich habe jedenfalls mit ein paar Kollegen auf den Tip eines anderen Münchener Kollegens (vielen Dank nochmal dafür an dieser Stelle) den Weg zu einem anderen Gate genommen, wo ein SAS-Flug abging und die freundliche Dame mit Hifle des SAS-Computers uns eine Heimroute nach München bastelte. Nicht zu vergessen, daß der von einem anderen Terminal abging und dort - ihr werdet es nicht erraten - wieder ein voller Security-Check auf uns wartete. Ich war es echt leid, zu erklären, wozu man zwei Laptops und drei mobile Platten braucht!

Von Stockholm ging es dann über Hamburg mit dem letzten Flieger nach München. In Hamburg gab es einen wahren Expressumstieg mit Abkürzung direkt vom Ausstieg in das neue Flugzeug - da hatte das Flughafenpersonal mal richtig schnell geschaltet. 33h nach dem Aufstehen in Seattle sank ich in mein Bett und komme seitdem nicht wieder raus. Verdammte Schleimhäute. Die schlagen jetzt zurück und zahlen mir die Zumutungen während des Fluges heim. Und jetzt sage noch mal einer zu mir: Get a life!

P.S.: Selbstredend ist mein Gepäck auf dem Weg verschollen. Ich warte dann mal auf einen Anruf von Lufthansa. Zum Glück bin ich ja schon zu Haus...

Comments
  • Moin Daniel,

    na, habe ich es nicht Prophezeit, ich war gespannt auf Deinen Rückflug ;-)


    Viele Grüße
    Yusuf

  • Moin Daniel,

    man liest... na man liest schon ein klitzekleinwenigaberdanndochnichtsodollen Frust heraus ;-)

    Kopf hoch - im Koffer wirst dann finden: "Inspected by Alaska Airlines" und wirst noch danbar sein, dass Dein Koffer und nicht Du dort warst!

    Viele Grüße
    Kay

    PS: Der Kaffee ist dir gegönnt, auf meine Rechnung selbstredend, habe (sorry) Tränen gelacht.

  • Hallo Yussuf,

    war Deine Ankündigung ein Versprechen oder eine Drohung?

  • Hallo Kay,

    mit Alaska Airlines bin ich letzten Sommer auch schon geflogen. There's *a* better way to fly!

  • PingBack from http://www.giza-blog.de/OnTourHotspotAmHimmelUndGutesGelingenFuerDieCeBIT2006.aspx

Your comment has been posted.   Close
Thank you, your comment requires moderation so it may take a while to appear.   Close
Leave a Comment