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Ich habe beim letzten MVP-Day in Berlin einen Vortrag mit Informationen unter NDA zur kommenden Windows Server 2003 R2-Version gehalten. Aufgrund des Feedbacks will ich hier einmal die zurzeit öffentlichen Informationen zusammenstellen. Gerade im Hinblick auf verteilte Netze bringt diese Version sehr interessante Neuerungen. Zum Einstieg empfehle ich folgende URL: http://www.microsoft.com/technet/prodtechnol/windowsserver2003/r2/default.mspx
Dezeit ist R2 im Beta 2-Stadium. Wer sich an der Beta-Version beteiligen möchte, kann über das Windows Server 2003 R2 Customer Preview Program unter http://www.microsoft.com/windowsserver2003/r2/default.mspx die Beta 2 downloaden. Die RTM wird in der zweiten Jahreshälfte 2005 erwartet. Neuerungen in R2 sind unter anderem:
Branch Office Server Management
Identity and Access Management
Storage Management
x64
SP1
.NET Framework 2.0
Extranet Application Services
Subsystem for UNIX-based Applications
Windows SharePoint Services
Besonders für Netzwerkadministratoren interessant ist der Teil über Branch Server Management. Ziel ist ein Branch Office Server, der keine lokale Datensicherung benötigt. DFS-N bietet echte Failover- und Failback-Strategien. DFS-R ist komplett neu geschrieben worden, ist multimasterfähig und benutzt jetzt Remote Differential Compression, Bandbreitenmanagement sowie echte Konflikterkennung. Der Algorithmus ist bei größeren Dateien deutlich effizienter als z.B. Rsync und unterstützt einen Konflikt-Ordner, in den Dateien kopiert werden, die innerhalb des Intervalls (15 Minuten) auf mehreren Seiten geändert wurden.
Damit kann man problemlos in eine Niederlassung einen R2-Server stellen, der als Anmelde- und File-Server dient. Die Ablage synchronisiert man dann via DFS-N/DFS-R in die Zentrale auf einen billigen nearline Speicher. Diese kann man dann am zentralen Standort mit dem dort vorhandenen IT-Knowhow sichern und auch Daten wiederherstellen. Sollte der Server in der Niederlassung ausfallen, kann man ihn ganz einfach neu aufsetzen, da dort keine relevanten Daten mehr vorliegen.
Zweite Neuerung sind die verbesserten Druckdienste und eine neue Printer Console, in der man alle Druckserver und Warteschlangen der Organisation zentral sieht und managen kann.
Dritte Neuerung sind die verbesserten Storage Management-Lösungen. Insbesondere Quotas auf Verzeichnisebene und der File Server Resource Manager (FSRM) als Reporting-Engine zum besseren Verständnis der Platzbelegung auf Fileservern sind für Netzwerkadministratoren sehr interessant.
Dinge wie ADFS (Active Directory Federation Services) und ADAM unterstützen single sign on und single credentials für Cross-Company-Authentication. Beispielsweise sind damit im Extranet von Firma B Anwender der Firma A in der Lage, die Webapplikationen von Firma B zu nutzen, ohne das die Anwender der Firma B bekannt gemacht oder Authentifizierungsinformationen dort hinterlegt werden müssen. Sharepoint Services in R2 wird ADFS unterstützen.
Von der Installation her besteht R2 aus zwei CDs. Die erste ist ein Windows Server 2003 inkl. SP1 (slipstreamed). Die einzige Änderung auf der CD ist die EULA. Die zweite CD enthält die R2-Komponenten. Wer mit einem 2003er Key von der CD installiert, bekommt nur ein 2003 inkl. SP1 installiert. Erst mit einem R2-Key wird nach dem ersten Setup das R2-Setup rangehängt. Für automatisierte Installationen gibt es Erweiterungen für die unattended answer files, so dass man beide CDs auch auf eine DVD kopieren und davon direkt einen R2-Server komplett automatisiert installieren kann.
Für alle Kunden mit Software Assurance oder Enterprise Agreement ist R2 der Nachfolger von Windows Server 2003 und kann ohne neue Lizenzkosten direkt eingesetzt werden. R2 löst für alle anderen Kunden Windows Server 2003 komplett ab. Wer also nach RTM von R2 einen Windows Server 2003 kauft, bekommt automatisch R2. Wer jetzt Windows Server 2003 ohne Software Assurance oder Enterprise Agreement einsetzt und die R2-Features haben will, muss R2 separat erwerben. Allerdings gibt es für R2 keine neuen CALs - die 2003er Windows-CALs decken auch den Zugriff auf R2 ab. Somit kann man auch in einem bestehenden Netz problemlos R2 hinzufügen.
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