SharePoint brachte bereits in der Version 2007 jede Menge Tools und Möglichkeiten mit, die es dem Kunden/Anwender ermöglichen eine Out-Of-The-Box-Plattform nach seinen Business-Anforderungen anzupassen. Daher kann SharePoint, anstatt als klassisches Produkt, auch als Developer- bzw. Applikationsplattform angesehen werden, deren mitgelieferten Komponenten und Funktionen mit selbsterstellten oder integrierten Komponenten kombiniert werden können. Dies unterstützt bei der Reduzierung von Entwicklungskosten und auch bei der schnellen Reaktion auf Anforderungsänderungen. Technologien und Tools wie .NET  und das Visual Studio vereinfachen dem Entwickler dabei seine Arbeit.

SharePoint ist so flexibel und modular aufgebaut, dass es in vielen Unternehmen bereits als professionelle Plattform zur Entwicklung von Unternehmenslösungen eingesetzt wird. Dabei reicht das Einsatzspektrum von SharePoint von der einfachen Kollaborationsplattform, bis hin zu umfassenden Intranet- und Extranetlösungen.

SharePoint ist wie ein Baukasten aufgebaut, aus dem man sich je nach Bedarf bedienen kann. SharePoint bringt nicht nur ein umfangreiches Portalframework für die Bündelung Ihrer Ressourcen und Kompetenzen mit, sondern unterstützt auch dabei die Teamarbeit durch Social Computing und Web 2.0-Funktionen zu verbessern und auf diesem Wege im Team mehr zu erreichen.

Die Enterprise Content Management-Funktionen unterstützen den Information Worker im Management eines vollständigen Dokumentenlebenszyklus, beim Einhalten der gesetzlichen Richtlinien und den unternehmensweiten Compliance-Anforderungen ohne dabei die Produktivität des einzelnen Benutzers zu beeinflussen.
Die mitgelieferte und unternehmensweit einsetzbare Suche hilft den Benutzern zusätzlich dabei, die erstellten Inhalte wiederzufinden oder auch nach Personen mit speziellen Expertisen zu suchen. Alle Daten, die auf SharePoint abgelegt werden, werden automatisch volltextindiziert. Darüber hinaus können aber auch externe Datenquellen, wie Fileserver oder LOB-Anwendungen angebunden und ebenfalls indiziert werden. Somit ist die Suche nicht nur auf die SharePoint-Welt begrenzt, sondern kann tatsächlich unternehmensweit eingesetzt werden.

SharePoint zählt zudem heute neben Microsoft SQL Server und Microsoft Office Excel (u.v.a.) zum Microsoft Business Intelligence Product Stack. Durch spezielle BI-Templates und Datenschnittstellen ist es daher möglich SharePoint auch als Datenanalyse- und Berichtscenter zu verwenden. Mittels der Business Connectivity Services können LOB-Daten in SharePoint integriert und visuell in Form von Dashboards, Scorecards oder KPI-Listen zur schnelleren Entscheidungsfindung zur Verfügung gestellt werden. Information Worker erhalten hiermit nicht nur die Fähigkeit schnell Informationen zu liefern und zu sharen, welche zum Unternehmenserfolg beitragen, sondern auch um Rohdaten in ein verfolgbares Ergebnis  einzubringen und erfolgreiche Geschäftsergebnisse mit der Erstellung und Nutzung von reichhaltigen Datenanalysen zu erreichen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Daten auf dem SharePoint oder ob sie sich in externen Quellen befinden.

Die Konsolidierung von bereits vorhandenen IT-Systemen und deren Integration in SharePoint trägt zur besseren Wirtschaftlichkeit im Unternehmen bei. Wer sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als EDV-Leiter mit Budget-Kürzungen und gleichzeitig hohen Qualitätsanforderungen konfrontiert  sieht, sollte vor allem Faktoren überprüfen, die zur Wirtschaftlichkeit im Unternehmen beitragen. Ausgangspunkt jeder Kostensenkungsinitiative ist eine Konsolidierungsstrategie, denn wer alle Aspekte des Informations-Managements über eine einzige Plattform abdeckt, kann seine verfügbaren Ressourcen ökonomischer einsetzen. Mit unterschiedlichen Systemen sind immer Lizenzen, Implementierungs- und Wartungsaufwand für die Administration verbunden. Selbstverständlich ergeben sich auch wesentlich weniger Verwaltungskosten, wenn alle Lösungen auf einheitlichen Services aufbauen, die auf Integration getrimmt sind. Sei es, um Formularfunktionen in Kollaboration-Umgebungen zu nutzen oder unterschiedliche Inhalte für Suchanwendungen katalogisieren zu können. Nicht zu verachten sind auch die möglichen Einsparungen bei Schulungs- und Trainingskosten. Immer wieder wird über die fehlende Benutzerakzeptanz und umständliche Bedienung diverser Fach- und Geschäftsanwendungen geklagt. Trotzdem möchte man auf die Stärken und Vorteile dieser Applikationen nicht verzichten. Daher wäre eine mögliche Lösung, SharePoint hierfür als Frontend einzusetzen und Fachanwendungen im Backend agieren zu lassen. Der Benutzer braucht sich dann nur noch mit einer Anwender-Oberfläche und einer Arbeitsumgebung vertraut machen und kann von dort aus auf alle relevanten Geschäftsdaten zugreifen, diese bearbeiten und vor allem medienbruchfrei übertragen.

Mit  SharePoint 2010 wird die Umsetzung von Unternehmenslösungen durch die Mitlieferung eines erweiterten Toolsets noch einfacher.
Der SharePoint Designer (SPD) ist ein kostenloses Tools, welches zur Anpassung und Erweiterung, aber auch zur Neugestaltung von SharePoint-Webseiten dient. Zudem kann man mit dem SharePoint Designer neue Verbindungen zu externen Datenquellen, mit Lese- und Schreibzugriff herstellen und diese auch hier verwalten. Die IT kann dabei die Berechtigungen und somit die Nutzungsmöglichkeiten des SPD konfigurieren und managen.

Auch die Automatisierung von Geschäftsprozessen wird mit dem Release von 2010 um einiges einfacher. Vielfältige Datenvalidierung und das InfoPath-Webpart erlauben eine einfache Eingabe von Daten durch die Nutzung von OOB-Regeln und einem Regel-Manager.

Mit Visio und dem SharePoint Designer können Workflows auch ohne Code erstellt werden. Auf diesem Weg können Prozesse entworfen bzw. definiert und mit Visio “gezeichnet” werden. Anschließend können die Visio-Charts im SharePoint Designer importiert und technisch umgesetzt werden. Der Workflow wird dabei validiert und als Visio-XOML-Workflow, in Form einer gepackten VWI-Datei (beinhaltet Regeln und Diagramm), in den SPD exportiert. Der Workflow kann anschließend aus dem SharePoint Designer heraus direkt auf den SharePoint publiziert werden. Anstatt des SharePoint Designers kann natürlich auch das Visual Studio genutzt werden.

Die SharePoint-Schnittstelle Business Connectivity Services ermöglicht ab sofort nicht nur die Integration und den Konsum von LOB-Daten, sondern ermöglicht nun auch das Zurückschreiben der Daten in die entsprechende Systeme. So können, z.B. Bestellvorgänge zum Approval innerhalb von SharePoint mittels Workflows geroutet werden und die Ergebnisse können dann zurück ins Backend-System geschrieben werden. Dies macht die Integration von SharePoint 2010 und Office in Ihre existierenden Backend-Systeme noch einfacher.
Die External Content Types , welche durch die BCS definiert werden, können für die Data Model – Integration systemübergreifend genutzt werden.

Posted by: Cornelia Steinke