TechSummits sind nur etwas für IT-Professionals und Entwickler? - Das hatte ich zwar gedacht, aber nach dem Besuch des TechSummit Cloud in Köln weiß ich es besser. Auch viele Entscheider aus Fachabteilungen und sogar dem Management konnte man in Köln treffen. Woran das liegt? - Ein Besucher gibt einen Hinweis: „Es gibt einen Mangel an seriösen Informationsveranstaltungen. Das Thema Cloud findet sich zwar überall, aber man findet nur mit Mühe wirkliche Informationen. Der TechSummit hebt sich positiv ab." - Nun, das freut uns natürlich, denn wir wollen aufklären und Alternativen bieten. 

 Alternativen machen frei

Genau deshalb lässt das Microsoft-Angebot im Übrigen die Wahl zwischen lokaler Installation, Service aus der Cloud oder der Mischung aus beiden Formen. „Während der Weg in die Cloud bei Google einfach ist, bleibt der Weg zurück verschlossen. Bei den Microsoft Cloud Services ist das anders: Es gibt eine klare Roadmap und klare Migrationswege - und zwar in die sowie auch aus der Cloud", so die Beraterin einer größeren IT-Beratung im Gespräch mit mir. Die Entscheidung hänge schließlich von der individuellen Kunden-Situation ab. Klar ist, Cloud-Technologie erweitert in jedem Fall die Möglichkeiten der Anwender oder aber auch diejenigen der Partner. Übrigens, wer Windows Azure kostenlos ausprobieren und dabei auch noch etwas gewinnen möchte, der hat hier die Möglichkeit dazu.

 Von der Dampfmaschine ...

Tatsächlich haben sich viele Microsoft Partner bereits auf Cloud Services eingestellt. Die cellent AG aus Stuttgart etwa hat bereits vor zwei Jahren eine Strategie-Gruppe eingerichtet, um Geschäftsmöglichkeiten zu entwickeln. Ausgangspunkt war die Überzeugung, dass die Bereitstellung von Rechenleistung einem ähnlichen Wandel unterliegen würde wie der Energiemarkt. Hatte zu Beginn der Industrialisierung noch jede Fabrikationsstätte eine eigene Dampfmaschine, liefern heute Energieversorger zentral die benötigte Energie. „IT Computing Power ist billige Massenware geworden", so Michael Flum, Business Development Manager bei der cellent AG. Dazu führt er in seinem Vortrag „Windows Azure im Kundeneinsatz" Berechnungen an. Das Fazit: Die interne Bereitstellung standardisierter Dienste ist bis zu dreimal teurer als der Bezug derselben Dienste über Cloud Services. Das fand wohl nicht nur ich bemerkenswert, sondern auch ein cellent Kunde. Mithilfe von Windows Azure hat das Unternehmen eine Lösung für 20.000 Beratungs- und Erfassungsarbeitsplätze realisiert. Dabei waren die Kunden-Anforderungen Skalierbarkeit und unvorhersehbare Lastspitzen geradezu prädestiniert für eine Cloud-Lösung.

 ... in 10 Tagen ...

Und welchen Aufwand hatte die cellent AG, um das notwendige Know-how für das Projekt aufzubauen? - „Der Aufwand war überschaubar, denn Microsofts Cloud Services unterscheiden sich kaum von lokal installierten Varianten. Wir haben einen .Net Entwickler und einen Software-Architekten jeweils drei Tage schulen lassen und anschließend noch zwei Tage in einen Microsoft Workshop zum Architektur-Design investiert. Zehn Tage insgesamt, dann waren wir bereit für die Cloud und das Kundenprojekt", schildert Michael Flum rückblickend. Übrigens, die Erfolgsfaktoren des Kundenprojektes waren nicht technischer Natur, sondern - so Michael Flum - der Mut, neue Wege zu gehen und der kontinuierliche Dialog, um einen Ausgleich zwischen Fachbereich und interner IT zu schaffen.

 ... zum Ressourcen-Broker und Lösungsdesigner

Seinen Wachstumsmarkt als Microsoft-Partner sieht Flum konsequenterweise nicht mehr im reinen Lizenzgeschäft. „Partner werden immer mehr zu Ressourcen-Brokern und Lösungsdesignern. Dampfmaschinen waren gestern, heute kommt IT Computing Power aus der Steckdose."