SQL Server 2008 R2 wird vor allem ein BI-Refresh sein (“Madison Overview”/”Gemini Overview”) und stellt ein sogenanntes Minor-Release dar (SQL Server Version 10.50). Trotzdem gibt es aber auch für den DBA einige Features und Themen welche interessant sind. Ich werde hier die Optionen auflisten, welche Sie in der aktuellen August CTP schon austesten können. Zusätzliche Erweiterungen zu den verschiedenen Bereichen werden in der nächsten CTP kommen, welche ca. Mitte November 2009 zu erwarten ist.

SQL Server Stand-Alone “SysPrep”

Neu wird es auch für Standalone Installationen möglich sein, die Binaries schon vorzuinstallieren und die abschliessenden Konfigurationen nach dem Rollout vorzunehmen. Über das “Advanced” Tab auf der Setup Landing Page kann man das Image mit SQL Server Instanzen vorbereiten. Die Instance-ID, das Root-Directory, sowie die Features können dabei angegeben werden. Natürlich ist es auch im Nachhinein möglich noch weitere Features hinzuzufügen oder wieder zu entfernen. Die Services und deren Konfiguration (Security Settings, Pfade) werden erst beim Abschliessen installiert. Weitere Informationen dazu finden Sie unter:

How To Install SQL Server 2008 R2 Using SysPrep

SQL Server SysPrep ist supported für Database Engine und Reporting Services einer Stand-Alone Installation für sämtliche Editionen. Management Tools sowie Shared Services wie Browser Service oder SQL Server Writer werden automatisch mitinstalliert. Failover Cluster werden wie bei SQL Server 2008 weiterhin über “Advanced Cluster Preparation/Completion” vorbereitet und konfiguriert.

Unicode Compression

SQL Server 2008 R2 kann neu auch Unicode Datentypen wie NCHAR und NVARCHAR komprimieren und bringt damit erhebliche Platzeinsparnisse für viele Applikationsdatenbanken welche mit Unicode Datentypen arbeiten. Das Simple Compression Scheme for Unicode Data (SCSU, Standard Compression Scheme http://unicode.org/reports/tr6/ ) bringt für Englisch sowie die meisten Europäischen Sprachen eine Komprimierungsrate von 50%! Die Unicode Compression wird als Teil von ROW oder PAGE Compression eingeschaltet. Verwenden Sie schon das Data-Compression-feature, ist es notwendig den Index der komprimierten Tabelle neu aufzubauen (Rebuild). Wird z.b. ein neuer Datensatz eingefügt oder ein bestehender verändert, so erhält man ebenfalls sofort den Nutzen des neuen Komprimierungsverfahrens.

Interessant diesbezüglich sind auch die Tests von Juergen Thomas im Zusammenhang mit SAP: http://blogs.msdn.com/saponsqlserver/archive/2009/09/16/sql-server-2008-r2-ucs2-compression-what-is-it-impact-on-sap-systems.aspx

Weitere Infos sind in den Books Online unter Unicode Compression Implementation zu finden.

SQL Server Utility – Application- and Multiservermanagement

SQL Server 2008 R2 bringt neue Management Tools für den Betrieb von effizienten SQL Server Landschaften. Mittels Erweiterungen des aus SQL Server 2008 bekannten Management Datawarehouses und Policies erhalten Sie zentralen Einblick über die Ressourcenverwendung (Disk/CPU) Ihrer gesamten SQL Server Umgebung. So bekommen Sie Entscheidungsgrundlagen für das Konsolidieren, Migrieren oder Platzieren von Applikationsdatenbanken, um Ihre SQL Server Instanzen optimal auszulasten. Im Application- and Multiservermanagement Whitepaper sind die neuen Begriffe, sowie die Konfiguration erläutert. Die Idee ist, DBAs die Möglichkeit zu geben, das Deployment der Datenbanken  (Data-Tier Applications) zu standardisieren, beschleunigen und Migrationen, sowie Upgrades zu vereinfachen. Die nächste CTP wird in diesem Bereich weitere spannende Neuerungen bringen. Mehr dazu in einem späteren Blog-Eintrag.

 

In den Bereichen Hoch-Verfügbarkeit und Datentypen sind für diese Version keine Erweiterungen/Änderungen geplant.

Bevor Sie SQL Server 2008 R2 testen, hier noch ein wichtiger Hinweis: Die physische Datenbank Versionsnummer wird auf 660 gesetzt (SQL Server 2008 RTM/SP1 655). Das bedeutet, dass es nicht möglich ist, Datenbanken von einer 2008 R2 Instanz zurück zu einer 2008 RTM/SP1 Instanz wiederherzustellen (Backup/Restore oder Detach/Attach). Der Compatibility Level bleibt aber “100”, wobei auch “90” für SQL 2005 und “80” für SQL 2000 unterstützt werden.

Die Datenbank Versionsnummer können Sie mit folgender Funktion abfragen:

SELECT
DATABASEPROPERTY ('YourDBName','Version')
GO

Die CTP von SQL Server 2008 R2 können Sie unter http://www.microsoft.com/sqlserver/2008/en/us/R2.aspx downloaden.

 

Roger Breu | Technology Solution Professional DataPlatform | Microsoft Schweiz GmbH