Mit Windows Server 2008 leitet Microsoft eine neue Runde bei den Virtualisierungsprodukten ein. So wird man in Zukunft bei jedem Windows Server 2008 in der 64bit Edition den Microsoft Hypervisor als Serverrolle aktivieren können, genauso einfach wie die Webserver, File- oder Printrolle. Diese Funktion ist noch in einem frühen Betastadium, aber ein Kunde, den ich ein wenig betreue, hat sie schon einmal ausführlicher getestet. Herr Urs Stephan Alder von Kybernetika (http://www.kybernetika.ch) war so freundlich seine ersten Eindrücke für unser Blog aufzuschreiben. Ich habe seinen Text um einige Screenshots erweitert, um Sie zu ermutigen, das ganze einmal selber auszuprobieren. Das einzige, was Sie dazu brauchen ist die englische Servervariante vom Windows Server 2008 RC0 in der x64 Edition. Als TechNet-Subscriber finden Sie diese ganz einfach in Ihrem Download Bereich; alternativ können Sie die Version über die Microsoft Connect Seiten beziehen.

Als Hardware brauchen Sie dann noch einen x64 Server mit Intel oder AMD Prozessoren mit Hardwareerweiterungen für die Virtualisierung. Vergessen Sie nicht, im Bios die Virtualisierungsfunktion zu aktivieren! Anschliessend müssen Sie wie gewohnt den Windows Server 2008 RC0 installieren. Aber schauen wir nun, was Herr Alder schreibt:

Einleitung:
Mit Spannung habe ich die Bits der ‚Windows Server virtualization‘ (WSv) erwartet, drehen sich doch mittlerweilen 90% meiner Tätigkeiten als Trainer & SE um das Thema Virtualisierung.

Installation von ‚WSv Preview Release‘:
Die Basis meiner Tests war die 64bit Version von Windows Server 2008, RC0 escrow, auf einem 2 CPU Quadcore-System. Der Server unterstützt Intel-VT, welches für einen Betrieb von WSv unabdingbar ist. Nach der Installation zweier Komponenten konnte dem Server die Rolle ‚Windows Server virtualization‘ zugewiesen werden.

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Sie finden die 2 Komponenten im WSV Order im Windows-Verzeichnis. Starten Sie die Installation via Doppel-Klick auf beide Dateien, die Reihenfolge der Installation .ist egal. Danach steht im Servermanager eine neue Rolle für den Server zur Verfügung, die direkt ausgewählt werden kann. Das Hinzufügen der Rolle ist dann denkbar einfach; lediglich die bevorzugte Netzwerkkarte für die Virtuellen Maschinen (sofern gewünscht) muss ausgewählt werden.

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Nach einer Konfigurationsdauer von ca. 2 Minuten und einem Reboot stand die neue Funktion bereit. Anmerkung: Die Rolle lässt sich ebenso einfach wieder entfernen. Erstellte VMs bleiben dabei auf dem Filesystem erhalten. Diese Flexibilität ist wirklich sehr schön, gibt sie einem doch die Möglichkeit den Einsatz der Server ‚spontan‘ zu bestimmen, ohne dass eine Neuinstallation vonnöten wäre.

Konfiguration von WSv:
Nach dem Reboot steht einem im Server Manager ein SnapIn zur Verfügung, welches eine Konfiguration von WSv zulässt. Diese beinhalten die Angabe von Standardpfaden für die Speicherung der VMs und Snapshots, sowie die Netzwerkkonfiguration.

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Überprüfen Sie nach dem Neustart des Servers, dass beide Systemdienste für die Vrtualisierung ohne Fehlermeldung starten. Eine eventuelle Fehlermeldung für die zuvor ausgewählte Netzwerkkarte darf hingegen getrost ignoriert werden; dies kann im Anschluss korrigiert werden:

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Erneute Auswahl der Netzwerkkarte für die Virtuellen Maschinen bei Bedarf.

Erstellen einer VM:
Das Erstellen einer VM ist einfach. Wer sich mit Virtualisierung auskennt hat keine Startschwierigkeiten. Die Vorgehensweise entspricht jener der Vorgängerprodukte.

Übernahme von bestehenden VMs:
Für diejenigen die sich schon länger mit Virtualisierung beschäftigen ist es wichtig, dass bestehende VMs einfach übernommen werden können. Der ganze Prozess gestaltet sich einfach. Einzig auf die Einhaltung einer bestimmten Reihenfolge muss geachtet werden.

VM aus Virtual Server übernehmen:
- deinstallieren der ‚alten‘ Virtual Machine Additions
- kopieren der VM auf Windows Server 2008 mit WSv
- Aufnahme der VM in das WSv-Repository
- starten der VM, anmelden, installieren einer neuen HAL – reboot
- installieren der ‚Integration Services‘ – reboot - die bestehende VM ist übernommen

Beispiel für das Anlegen einer neuen virtuellen Maschine unter Windows Server 2008 RC0. Genutzt wird der Assistent zum Anlegen direkt aus dem Servermanager unter der Virtualisierungsrolle:

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Ansicht der neuen virtuellen Maschine im Servermanager:

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Die neue Maschine kann direkt aus dem Menü gestartet werden und beginnt in diesem fall dann selbstständig mit der OS Installation.

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Im Servermanager kann die virtuelle Maschine auch noch nachträglich umkonfiguriert werden. So kann die Anzahl der Prozessoren und die Zuweisung von Systemressourcen angepasst werden:

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