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IT Asset Management mit System Center (vierteilige Blogserie)

IT Asset Management mit System Center (vierteilige Blogserie)

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Microsoft bietet im Bereich IT Asset Management mehrere Lösungen an. Dieser Artikel gibt einen Einblick in diese Lösungen.

Die bekannteste Lösung in diesem Zusammenhang dürfte der System Center Configuration Manager (SCCM) sein, der typischerweise im eigenen Rechenzentrum betrieben wird. Diese Lösung bietet unter anderem automatisierte Hard- und Softwareinventarisierung. In dieses System kann optional der aktuelle Microsoft Lizenzvertrag hochgeladen werden und mittels des eingebauten Berichtswesens die aktuelle Software Compliance ausgewertet werden. Da diese Lösung auch SQL Server Reporting Services inkludiert, können hier auf Basis der eigenen Anforderungen verschiedenste Berichte in unterschiedlicher Granularität und Format erstellt werden. SCCM verwendet optional das Asset Intelligence Service, welches die Softwareinventardaten von SCCM in Produkte und Kategorien zusammenfasst. Dieses Service deckt nicht nur Microsoft Software ab, sondern einen Großteil der kommerziell verfügbaren Software. Auch Eigenentwicklungen können innerhalb der automatischen Inventur mit aufgenommen werden.

Hier ein Beispielbericht der Softwareinventur auf Basis der Kategorisierung durch Asset Intelligence:

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Seit April 2010 ist durch die Erweiterung der System Center Familie mit dem System Center Service Manager eine funktional wesentlich erweiterte Lösung im Bereich IT Asset Management vorhanden. Vor allem in Kombination mit dem Add-On Modul “IT Asset Management Pack” der Firma Provance ist hier eine umfangreiche Lösung verfügbar. Diese Lösung zeichnet sich vor allem durch die Integration mit vorhandenen Microsoft Produkten, wie Active Directory, System Center Configuration Manager und dem System Center Operations Manager, aus. So erstellt der System Center Service Manager z.B. auf Basis dieser Systeme eine zentrale, automatisierte Configuration Management Datenbank (CMDB) innerhalb weniger Stunden. D.h. er legt Configuration Items (CI) z.B. auf Basis von Active Directory an und verknüpft diese mit den Inventardaten des System Center Configuration Managers und Operations Managers. Des weiteren werden z.B. die Distributed Applications aus dem System Center Operations Manager automatisiert exportiert und in die CMDB als Service mit den entsprechenden Abhängigkeiten importiert. CI’s die nicht automatisiert erfassbar sind, können z.B. mittels eines Formulars eingefügt werden. Auf Basis dieser CMDB erfolgt das IT Asset Management.

Hier eine Abbildung der Visualisierung der CMDB aus dem System Center Service Manager:

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Der Service Manager unterteilt dabei in die Bereiche “Benutzer”, “Computer”, “Software”, “Softwareupdates”, “Drucker” und “Unternehmensdienste”. Diese Ansicht lässt sich beliebig erweitern. In diesem Beispiel wurde der Bereich “Mobiltelefone” zuzsätzlich hinzugefügt.

Der System Center Service Manager bietet “out-of-the-box” Grundfunktionen im Bereich des IT Asset Management (ohne Provance Modul), welche anhand eines Computer CI’s erörtert werden. Dieses Computer CI besteht aus den Bereichen “Allgemein”, “Hardware”, “Software”, “Verknüpfte Elemente”, “Anmerkungen” und “Verlauf”:

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Ein Großteil der Felder dieses CI’s wurde automatisch durch die angeschlossenen Systeme (in diesem Fall AD, SCCM, SCOM) befüllt. Im Bereich “Allgemein” werden die Grundparameter dieses Computer CI’s dargestellt. Es besteht die Möglichkeit zu jedem CI den aktuellen Lifecycle Status dieses Assets bzw. den Verwalter zu dokumentieren. Hier ein Beispiel an Auswahlmöglichkeiten:

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Diese Auswahlmöglichkeiten sind durch Änderung von Listen jederzeit auf das jeweilige Unternehmen anpassbar. Durch die Offenheit des Service Managers können auch weitere Felder zum Formular und CI hinzugefügt werden. Diese Änderungen sind keine Standardanpassungen, wie z.B. die erwähnten Listen, sondern erfordern tiefergehende Entwicklungsarbeiten.

Die Bereiche Hardware und Software sind essentieller Bestandteil im Bereich des IT Asset Managements. Die nächsten beiden Abbildungen zeigen diese Bereiche für ein Computer Asset:

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Aus IT Security Sicht sind vor allem im Bereich “Software” die fehlenden Softwareupdates interessant.

Neben der Dokumentation des aktuellen Asset Lifecycle Status besteht auch die Möglichkeit Dokumente zu diesem Asset hinzu zu fügen. Diese werden im Bereich “Verknüpfte Elemente” im Feld “Anlagen” hinzugefügt. Bei einem Computer Assets können hier z.B. Wartungs- und Garantieverträge hinzugeladen werden, um sie im Fall eines Hardwaredefektes griffbereit zu haben. Auch Wissensdatenbankartikel können direkt mit diesem Asset verknüpft werden (z.B. wie entsorge ich Computer am Ende des Lifecycle):

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Aber auch Change Requests, Incident Requests oder Problem Requests die im Zusammenhang mit diesem CI und innerhalb des System Center Service Managers erfolgt sind, werden hier automatisch verknüpft. Im Bereich “Anmerkungen” können eigene Angaben zu diesem CI als Freitext dokumentiert werden.

Aus IT Compliance Sicht ist der Bereich “Verlauf” wesentlich. Hier werden alle Änderungen, die an dem CI erfolgt sind mitprotokolliert. Wurde z.B. der Speicher dieses Servers aufgrund eines Engpasses erhöht, so wird dies automatisch durch die Inventarisierung des SCCM erfasst und in die CMDB synchronisiert. Die Änderung des Speichers auf den neuen Wert wird mitprotokolliert und ist jederzeit nachvollziehbar. Hier ein Beispiel dieses Verlaufes:

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Sollten diese “out-of-the-box” Funktionalitäten nicht ausreichend sein, so kann der IT Asset Management Funktionsumfang mit dem kostenpflichtigen IT Asset Management Add-On Modul der Firma Provance wesentlich erweitert werden. In diesem Modul werden beispielsweise alle relevanten Verträge im Zusammenhang mit IT Assets aufgenommen und verknüpft. Dadurch erhält man z.B. ein Compliance Dashboard, welches den aktuellen Status aller lizenzpflichtigen Softwareprodukte im Unternehmen anzeigt. Dies ist neben der Benachrichtigung wenn z.B. Hardware in Kürze aus einem Wartungsvertrag herausfällt nur eine Funktion, die mit diesem Modul realisiert werden kann. Einen detaillierten Einblick in dieses Modul geben die nächsten drei Blogartikel im Rahmen dieser Serie. Näheres dazu am Ende dieses Artikels.

 

MICROSOFT CLOUD BASED IT ASSET MANAGEMENT

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Microsoft bietet auch cloud-basierte IT Asset Management Lösungen an. Dies sind das im Microsoft Desktop Optimization Pack (MDOP) enthaltene Asset Inventory Service (AIS) und die Desktop Management Lösung Windows Intune. Beide Lösungen basieren auf einem durch Microsoft gehosteten Service. Der Kunde muss lediglich einen Agenten auf den zu verwaltenden Systemen installieren.

Das Asset Inventory Service bietet die Möglichkeit Hard- und Softwareinventarisierung von verwalteten Clients durchzuführen. Zusätzlich können die Microsoft Vertragsinformationen hochgeladen werden und mittels des Berichtswesens ein Compliance Bericht erstellt werden. Die Inventurdaten sind jederzeit vom Microsoft Service exportierbar und können so im Unternehmen weiter verwendet werden. Hier ein Überblick über die Softwareinventur im Asset Inventory Service:

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Windows Intune bietet neben den Desktop Management Funktionen wie zum Beispiel Update Management und Softwareverteilung auch die Möglichkeit verwaltete IT Assets zu inventarisieren. Windows Intune bietet analog zum Asset Inventory Service auch die Möglichkeit Software-Vereinbarungen hoch zu laden und liefert entsprechende Berichte, die den Status der Lizenzcompliance im Softwarebereich auswertet. Hier ein Einblick in Windows Intune (verwaltete Software):

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Die nächsten drei Blogartikel zum Thema “IT-Asset Management mit System Center” widmen sich dem System Center Service Manager mit dem Add-On Modul von Provance, da diese mit Abstand die mächtigste IT Asset Management Lösung aller in diesem Artikel erwähnten Microsoft Lösungen ist. Der erste weitere Artikel gibt einen Einblick in die Basiskonfiguration dieser Lösung. Der Zweite und Dritte einen Einblick in die Hardware und Software Management Möglichkeiten dieser Lösung.

Hier ein Überblick über die Blogartikel dieser Serie:

Details zu den einzelnen IT Asset Management Lösungen sind hier verfügbar:

Ein Gastbeitrag von:

Comments
  • Sehr schön, dass auf mein Lieblingsprodukt SCSM hier brav eingegangen wird :-)

    Peter Forster, Microsoft MVP 2002-2011

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