TechNet News gleich auf Windows 8 lesen: Mit der TechNet News App finden Sie alle News aus dem TechNet Team Blog Austria gemeinsam mit den Artikeln von TechNet Blog Deutschland und der Schweiz übersichtlich in einer App zusammen gefasst.
Blog Impressum
Man kennt das ja: Die Anforderungen an die Serverlandschaft steigen und der Admin beschließt, neue Server anzuschaffen oder bestehende Server aufzurüsten. Die vielen virtuellen Maschinen müssen ja wo laufen und genügend Ressourcen erhalten. Mit Windows 2008 R2 mit SP1 als Hyper-V Server (mit Dynamic Memory) sind die besten Voraussetzungen dafür vorhanden.
In meinem Fall kommen drei neue Server und ein Upgrade eines bestehenden Servers. So stecke ich also eine zusätzliche CPU und weitere 24GB RAM in den Server, in Summe sind dann 2 XEON CPUs und 48GB RAM in der 1 HE “Pizzabox”… Erinnert mich an eine umgemünzte Waschmittel-Werbung: Mehr können Sie für Ihren Server nicht tun… er ist somit voll:
Kurzer Check im Setup, passt, Windows neu starten. Nun der Check im Windows System:
2 CPUs, ok, 48GB RAM ok – aber es werden nur 32GB RAM verwendet!
Die MSDN Seite Memory Limits for Windows Releases gibt Aufschluss über den Grund: Windows Server 2008 (R2) Standard hat die Grenze von 32GB RAM pro Maschine. Nur Windows Server 2008 R2 Enterprise und Windows Server 2008 R2 Datacenter können bis zu 2TB RAM adressieren.
Nun gut, Enterprise License macht es möglich: Also Upgrade der bestehenden Maschine von Standard auf Enterprise. Wie?
Netterweise ist es leicht möglich, ein In-Place Upgrade (ohne Installationsmedium) durchzuführen, und zwar mit dem Tool DISM.exe.
DISM ist das “Deployment Image Servicing and Management Tool” für Windows Server 2008 und Windows 7, mehr dazu hier: What Is Deployment Image Servicing and Management?
Achtung: Das In-Place Upgrade mit DISM funktioniert NICHT auf einem Domain Controller! Dieser muss zuvor mit dcpromo heruntergestuft werden, das Upgrade durchgeführt werden und dann wieder zum DC hinaufgestuft werden! Diese Situation werden aber wahrscheinlich wenige Admins haben, sonst funktioniert DISM eigentlich (fast) problemlos.
Die Kurzfassung des Upgrades: (siehe auch Upgrading Windows Server 2008 R2 without media):
Klingt einfach – ist es grundsätzlich auch – wenn da nicht ein kleiner Stolperstein wäre. Also starten wir mal:
DISM /online /Get-CurrentEdition
Ok, wir haben die Standard-Edition installiert.
Gut, wir können auf Enterprise upgraden. Tun wir´s (mit dem installierten Key).
DISM /online /Set-Edition:ServerEnterprise /ProductKey:XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX
Es folgt jedoch ein Fehler. Es klappt nicht:
Es gibt ein Problem mit dem Product Key. Obwohl dieser gültig ist (Windows ist aktiviert), funktioniert das Upgrade nicht.
Die Ursache liegt am Installationsmedium und dem verwendeten Product Key. Wenn es sich um eine Volume License (VL) handelt, so streikt DISM, wenn die Windows Version mit einem Multiple Activation Key (MAK) oder einem Key Management Service (KMS) Schlüssel installiert wurde! Siehe auch Informationen zur Produktaktivierung und zu Produktschlüsseln.
Die Lösung: Nach einigem Suchen habe ich sie in diesen Links gefunden:
In diesem Satz in der TechNet KMS Seite liegt der Grund: “By default, the Windows 7 and Windows Server 2008 R2 operating systems use KMS for activation. In volume installations, the setup key is installed by default, which makes the system a KMS client. If you are converting a computer from a KMS host, MAK, or retail edition of Windows to a KMS client, install the applicable setup key (GVLK) from Table 9 using slmgr /ipk <setup key>.” In VL Installationen macht der hinterlegte Product Key das System zu einem KMS Client. Daher muss auch dieser für das Upgrade verwendet werden.
Nachdem auch ich die VL-Product Keys verwendet habe, ist die Lösung, das Upgrade auf Enterprise Edition mit DIESEM (KMS) Product Key durchzuführen:
DISM /online /Set-Edition:ServerEnterprise /ProductKey:489J6-VHDMP-X63PK-3K798-CPX3Y
Und so funktioniert der Vorgang:
Noch ein Reboot und prüfen:
Tatsächlich begrüßt mich Windows nun mit Enterprise Edition und dem vollen RAM-Wert.
Nun muss nur noch wieder auf den eigenen VL-Product Key gewechselt werden, Windows erneut aktiviert werden und das Upgrade (und damit die volle Nutzung meines RAM-Speichers) ist erledigt.
Cool! VMs, ihr habt wieder Ressourcen und mehr Platz!
Bleibt nur noch die Anmerkung dass das mit einer installieren ADDS Rolle nicht funktioniert. Dazu wäre vorher eine Demotion durchzuführen.
Stellt sich nur die Frage warum es so künstliche Limits überhaupt gibt.
Man sollte vielleicht auch darauf hinweisen, dass bei Verwendung von dynamischen Datenträgern (Systemspiegelung) das hier beschriebene Problem auftreten kann: social.technet.microsoft.com/.../77721afa-8c0e-4c04-ad4a-affabe6cdd32
Aus eigener Erfahrung darf ich darauf hinweisen...
Klasse Beitrag. Hat mir weitergeholfen.
Mir hat dieser Beitrag sehr geholfen. Hatte einen Server mit 64 GB RAM bis mir aufgefallen ist, dass nur 32 genutzt werden. Nachdem ich der Beschreibung gefolgt bin, nutzt der Server nun die 64 GB RAM für meine VMs. Vielen Dank
Das war wirklich seeeehr hilfreich, DANKE
Vielen Dank für die tolle Anleitung.