Nach “Microsoft Codename Atlanta – SQL Monitoring Teil Zwei” folgt Teil Drei. Zuvor wurde Atlanta eingerichtet (Teil 1) und eine SQL Server 2008 Maschine mit Atlanta verbunden – sprich auf jeder zu überwachenden SQL Maschine ein Agent (und ein Gateway – für alle Agents) für das Cloud Service installiert. Jetzt geht es um Bedienung und Betrieb.

Die Oberfläche

Microsoft Atlanta ist mit der konfigurierten Live-ID via https://beta.microsoftatlanta.com/ aufrufbar und präsentiert sich nach der Anmeldung so:

atlanta-screen

Die Navigationsleiste links zeigt die Übersicht, hier die Darstellung und Kurzbeschreibung der einzelnen Menüs:

  • Alerts: Anzeige von gemeldeten Alarmen.
    atlanta-alerts
  • Configuration - Current Snapshot: Anzeige der überwachten SQL Server mit ihren Eigenschaften.
    atlanta-config
  • Configuration - Change History: Anzeige von historischen gesammelten Daten der überwachten Computer.
    atlanta-clipboard
  • Servers: Anzeige und Verwaltung der verbundenen Gateways und Agents.
    atlanta-servers
  • Account – Anzeige und Verwaltung des angemeldeten, verbundenen Live-Kontos.
    atlanta-account

Hinweis:  Wenn der Button “Copy to Clipboard” sichtbar ist:
Dieser dient dazu (da ja eine Silverlight Applikation) die aktuell markierte Zeile (mit Tabulatoren getrennt) in die Zwischenablage zu kopieren, z.B.:

atlanta-clipboard

Change Date    Server    Path    Class    Property    Update Value    Previous Value   
28.12.2010 19:35:48    Minni3.atwork.local    /    Windows Computer    IPAddress        <no value>   

Soviel zur Übersicht – noch recht überschaubar. Zwinkerndes Smiley

Der Betrieb

Atlanta sammelt Daten von den verbunden SQL Server 2008 Maschinen. Das kann nach der Installation einige Zeit (Stunden) dauern. Keine Sorge, wenn Sie nach der Installation die installierten Agents und Gateways sehen, dann klappt die Kommunikation und man muss nur ein bisschen warten…

Die Configuration ist interessant – zeigt sie doch die Einstellungen der Windows Maschine und der einzelnen Datenbanken an, so zum Beispiel das Recovery Model, den Compatibility Level und weitere Datenbank-Eigenschaften, wie hier von der Master-Datenbank:

atlanta-config-3

Die Configuration History lässt nachverfolgen, wann was auf der Datenbank-Maschine passiert ist, hier wurde zum Beispiel die Datenbank AtlantaTest angelegt – und alles mitprotokolliert.

atlanta-history-1

Es gibt keine weiteren Details (Anklicken markiert nur die Zeile, Rechtsklick bringt das bekannte Silverlight-Menü), alle Informationen sind in einzelnen Datenzeilen verfügbar. Hier erweist sich die Suche (rechts oben) als praktische Funktion um ganz bestimmte Informationen zu finden.

Der Wert von Atlanta

Neben der Konfiguration zeigt Microsoft Atlanta den Mehrwert in den Alerts. Hier werden Warnungen und Empfehlungen mit Details angezeigt: Zum Beispiel KB-Updates oder anstehende Datenbank-Wartungen wie fehlende Backups, Konsistenzchecks und Ähnliches.

Atlanta geht nicht soweit wie beispielsweise der SQL Database Tuning Advisor oder SQL Server 2008 R2 Best Practice Analyzer, sondern bezieht sich mehr auf die Datenbanken selbst und deren reibungsglosen Betrieb.

Hier einige Alerts:

atlanta-alerts-2

Eine (neue) Datebank wurde noch nie gebackupt.

atlanta-alerts-3

Für den reibungslosen Betrieb der TempDB Datenbank sollte KB960770 eingespielt werden.

atlanta-alerts-4

In der Datenbank sollte CHECKDB ausgeführt werden…

Was sehr praktisch ist: Der Tab “Solution” weist auch gleich auf die Lösung hin, in diesem letzten Beispiel ein Link zu http://support.microsoft.com/kb/2033590.

atlanta-alerts-5-solution

Es werden keine Alerts versendet – das wäre bei der durchschnittlichen, zu erwartenden Menge an Meldungen wohl auch etwas viel. Der Admin muss also Atlanta aufrufen und die Warnungen durchsehen und entscheiden, welche davon bearbeitet werden und welche nicht. Gelöste Alerts werden in Zukunft einfach nicht mehr angezeigt, also sehr simpel.

Fazit

Atlanta ist ein übersichtliches, einfaches Tool um mehrere SQL Server 2008 zu überwachen.

Vorsorge und optimales Tuning sind immer besser als nachträgliches Suchen und Beheben von Problemen, genau das ist der Zweck von Atlanta. IT-und Datenbank-Administratoren erhalten damit ein Hilfsmittel “in the cloud” zur Wartung von Microsoft SQL Datenbank-Servern.

Derzeit ist Atlanta eine Beta-Version. Es werden wohl noch einige weitere Funktionen und Verbesserungen hinzukommen. Wenn es soweit ist, werden wir wieder darüber berichten.

Bis dahin: Viel Spaß beim Ausprobieren des neuen SQL Monitorings mit Atlanta Cloud Services!