Im vorigen Artikel Windows 7 und Windows Server 2008 R2 Service Pack 1: Dynamic Memory und RemoteFX für Hyper-V habe ich über die Unterstützung von Dynamic Memory für Hyper-V geschrieben.

Dazu noch ein wichtiger Nachtrag, dieser betrifft die Speichernutzung des Hosts:

Was ist, wenn man auf einem Hyper-V mit SP1 Dynamic Memory benutzt – und der Hauptspeicher für den Host (“Parent Memory”) ausgeht?

hyper-v-logo

Mit Dynamic Memory ist man natürlich versucht, möglichst viele virtuelle Maschinen (VM) zur optimalen Nutzung der Hardware-Ressourcen laufen zu lassen – Hyper-V weist dann RAM-Speicher automatisch innerhalb der gesetzten Parameter zu.

Wenn zu viele VMs laufen, könnte es passieren, dass das Host-Betriebssystem zu wenig Parent Memory verfügbar hat – und der Hyper-V Server in Durchsatz und Reaktionszeit immer langsamer wird!

Wenn nun eine VM gestoppt wird, wird zwar wieder Speicher frei – den nutzen dann aber eventuell andere VMs (Guests) sofort wieder… und wir wären wieder am Anfang.

Im Virtual PC Guy's Blog habe ich zu diesem Problem auch eine Lösung gefunden:
Parent memory reserve with dynamic memory. Der Autor des Artikels ist Ben Armstrong, Virtualization Program Manager.

Die Lösung sieht so aus: Es kann eine Reservierung für Parent Memory eingestellt werden!

Es ist jedoch (noch) keine eigene Einstellung in der Oberfläche der Hyper-V Console, sondern ein Registry-Eintrag, den man selbst hinzufügen muss.

Am Hyper-V Server regedit.exe starten und zu diesem Key navigieren:

HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Virtualization

hyper-v-registry-new-dword

Hier muss ein neuer Key vom Typ DWORD angelegt werden.

Als Name muss “memoryreserve” angegeben werden.

hyper-v-registry-memoryreserve

In diesen Schlüssel wird nun der zu reservierende Wert für das Parent Memory eingetragen, z.B. 2048 MB (2GB) RAM. “You can then set the value to the static amount of memory that you want to reserve for the parent.”

Der reservierte Speicher sollte nicht zu gering sein, damit die Performance des Hyper-V Servers nicht beeinträchtigt wird – und umgekehrt nicht zu groß ausfallen, da sonst weniger VMs laufen können.

Grundsätzlich sollten auf dem Hyper-V Server soundso keine weiteren Rollen installiert sein, je nach physischem RAM, Maschinentyp und Auslastung sind wahrscheinlich Werte um die 2GB Reservierung sinnvoll.

Hyper-V Server restarten und go!

Wir wünschen erfolgreiches Virtualisieren mit Windows Server 2008 R2 SP1 Hyper-V und Dynamic Memory! ;-)