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Microsoft Surface zum Anfassen

Microsoft Surface zum Anfassen

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Letzte Woche hatte ich gemeinsam mit einigen Kollegen die Möglichkeit Microsoft Surface live anzuschauen – also anzugreifen, rumzuspielen und mich darüber zu informieren.

Microsoft Surface ist vereinfacht gesagt ein Tisch mit großem Display, welcher Bewegungen erkennt und darauf reagiert – wie ein großes, liegendes Touch Display. Auch wenn die Technik wesentlich aufwändiger ist und auch mehr Möglichkeiten bietet, dazu unten mehr.

surface-table

Im Blog wurde schon 2007 (Surface - Technische Gedanken zu einem angeblich untechnischen Produkt) und 2008 (Microsoft Surface kommt) über Surface berichtet, nun gibt es derzeit in Österreich zwei Stück davon: eines im Microsoft Innovation Center in Wien und eines besitzt Siemens.

Die Freigabe in den USA und Kanada war bereits Anfang 2008 erfolgt. In Europa muss jedes Land die technische Abnahme durchführen und das dauert…

Hier nun ein paar Infos zu dem Ding: Der Tisch wiegt etwa 90 Kilo und beinhaltet einen PC mit vier Infrarotscannern unter einem 30” Display, wo das Bild von einem Projektor auf der Glasplatte erzeugt wird.

Die Tischplatte besteht aus einer bruchsicheren Glasplatte, beim Angreifen fühlt man, dass die Oberfläche aufgerauht ist, so spürt man auch gut die selbst erzeugten Bewegungen. Darunter ist eine schwarze Box, die das Innenleben beinhaltet. Die Tischhöhe liegt eher im Bereich “Couchtisch”.

Das bedeutet, es handelt sich nicht um ein Touch-Display, sondern die Scanner erkennen die Infrarotstrahlung als Berührung und es können auch Geräte erkannt werden. Surface erkennt bis zu 1024 einzelne Punkte – wir haben das gleich ausprobiert, indem mehrere Personen ihre 10 Finger gleichzeitig auf den “Bildschirm” legten und wir nachgesehen haben, ob jeder Finger auch als Berührungspunkt aufleuchtet. Damit können also theoretisch mehrere Personen Applikationen steuern und komplexere Aktionen wie “Übergreifen” oder ähnliches durchführen – die physische Anzahl ist natürlich begrenzt, denn so viele Personen kommen nicht gleichzeitig zum Tisch hin. ;-)surface_logo

Es ist nicht der “Druck” entscheidend, sondern die Bewegung, man sieht das, wenn man die Finger oder die Hand gar nicht auf die Oberfläche selbst legt, sondern kurz darüber schwebt, auch das wird erkannt.

Zusätzlich erkennen die Scanner auch Geräte und können mit ihnen interagieren, zum Beispiel könnten Fotos von Digitalkameras heruntergeladen oder Kontakte mit Handies synchronisiert werden usw.

Es gibt eigene “Microsoft-Tags”, die auf Geräten oder Gegenständen (wie beispielsweise Würfeln oder Spielsteinen) angebracht werden können, damit Surface diese beim Auflegen auf die Oberfläche korrekt erkennt. Diese Tags sind 64bit-Codes mit Symbolen – die Tags müssen eine gewisse Größe besitzen, damit sie erkannt werden können. Zusätzlich gibt es (auf Wunsch) herausgeführte Anschlüsse wie USB, etc. zum Anschluss von externen Peripheriegeräten wie z.B. Barcodescanner, Digicams, usw.

Die Infrarot-Scanner sind selbstkalibrierend und zwar bis zu einem Winkel von 30° – der Tisch muss also als solcher betrieben werden und kann nicht vertikal (z.B. hinter einer Wand) aufgestellt werden.

Es gibt ein eigenes Surface SDK, das bald mal mit der Windows 7 Touch Bedienung und dessen SDK verschmelzen soll. Derzeit läuft Surface mit Windows Vista und einer eigenen Oberfläche, die mit WPF (Windows Presentation Foundation) läuft.

Surface wird derzeit noch in Kleinserie gebaut, jedes Gerät einzeln kalibriert und versendet. Das Entwicklungsteam hat als Auflage, nur einfache und kostengünstige, massentaugliche Geräte einzubauen. Der Preis eines “Surface” liegt bei etwa 13.000 oder 15.000 US Dollar, je nach Ausstattung (Standard oder Developer) plus Transportkosten. Ziel ist, dass Surface bald in Massenproduktion gehen soll, damit wird dann wohl auch der Preis noch sinken.

Derzeit können nur ISVs (Softwarehersteller) Microsoft Surface kaufen und müssen dies mit einem Projekt kombinieren. Andere Formate sind derzeit nicht geplant, also mit kleinerem oder größerem “Surface” oder in anderer Bauweise. Andere Aufstellungsmöglichkeiten muss man sich selbst bauen.

Die Steuerung macht auf jeden Fall Spass, wie so oft in Gruppen zeigt sich, dass die einfachsten Dinge (wie Malen) die erfolgreichsten sind: ;-)surface-demo2

Was auch sehr viel Spass macht, ist natürlich das Spielen und Anwendungen wie Virtual Earth, Fotos ordnen, Klavier spielen, ...

Anwendungsbeispiele für Surface gibt es viele, vor allem in öffentlichen Bereichen als Infokiosk, für Hotels, Spitäler, Messen, als Spielautomat – sprich in allen Bereichen wo eine interaktive und intuitive Steuerung gewünscht wird – also unendlich viele Möglichkeiten.

Wenn alles klappt, wird Surface auch auf den Microsoft Big>Days 2009 dabei sein – halten Sie die Augen offen und schauen Sie sich Surface dort an! Es macht Spass!

Beitrag von Toni Pohl

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