Passend zum BI-Event in Wien wurde auch für dieses Publikum die zukünftige Version des SQL Servers kurz vorgestellt. SQL Server 2008 ist eine solide Weiterentwicklung von SQL Server 2005 und geht bereits weit über reine Datenhaltung hinaus.

Die Highlights wurden bereits in diesem Blog in SQL Server 2008 November CTP und in Neues im SQL Server 2008 - your data any place, any time kurz beschrieben. 

Einige neue Funktionen bieten eine noch bessere Plattform für BI-Umsetzungen. Hier nun eine kurze, unvollständige ;-) Liste der neuen Features in Schlagworten:

Neu sind die Datentypen für Multimediadaten (Filestream, Metadaten sind im SQL Server, Daten liegen physikalisch aber noch im Filesystem, der Zugriff erfolgt jedoch transparent via SQL) und geographischen Daten (z.B. ein .NET Objekt, welches Landkarten in Form von Polygonen abbildet; SQL Server kann nach Punkten in Polygonen suchen, etc.).

Dynamische Thread-Zuweisung an Operatoren (Beschleunigung bis Faktor 2)

Neue Lookup-Transformationen: unbegrenztes Caching und lokales Caching, damit effektiver.

Language integrated Query-Unterstützung: LINQ to SQL, LINQ to XML, LINQ over Dataset. Vorteil: Abfrage innerhalb von LINQ im Speicher und einfache Aktualisierung der Daten.

Neue Datentypen: Date und Time getrennt, Date (Genauigkeit 1 Tag; 3Bytes), Time (Genauigkeit bis 100ns; 3-5 Bytes), Datetimeoffset (berücksichtigt die Zeitzone), Sparse Columns (Umgang mit leeren Spalten; z.B. char(50) benötigt nun keinen Platz in DB wenn leer, NULL benötigt keinen physischen Speicherplatz, das alles zielt darauf hin, Platz in DB einzusparen und Performance zu verbessern).

Data Compression: Abfrage-Geschwindigkeit erhöhen, pro Tabelle steuerbar. Z.B. Integer speichert nur mehr Wert selbst, Prefix Compression (Wörterbuch). Dadurch kann Speicherplatz im Faktor 1,5 bis 7x eingespart werden.

Partitioned Table Parallelism: 2005: Tabelle auf 2 Partitionen verteilen, damit 2 Threads. 2008: Multiple Threads über Parttitionen, damit bessere Ausnutzung der Rechenleistung.

Zugriff auf das Change Data Capture (Änderungen durch Transaktionen können z.B. SSIS weitergereicht werden und so eigene Backup-Tabellen befüllt werden, etc.).  Änderungen über Transaction Log sind weiterverwenden. Bisher: Trigger. Neu: Transaction Log, damit weniger „störend“ für Application und extra z.B. in ein Paket ausrollbar (TVF - Table Value Functions)

T-SQL: Code-Vervollständigung wie in Visual Studio. Star Join Query (Joins werden effektiver, Abfragen werden schneller durch Hash Joins, 2008 kann multiple Bitmap-Filter erzeugen und einsetzen), Insert over DML (fügt mehr als einen Datensatz hinzu), Erweiterung der GROUP BY Klausel (ersetzt UNION), MERGE (Update, Insert und Delete in einem Befehl, OUTPUT liefert zusätzlich ein SELECT), Pseudo-Tabellen einfach in SQL durch VALUES erzeugen.

Analysis Services: Subspace/Block Computations (Berechnungen warden für den ganzen Cube ausgeführt, also z.B. auch, wenn ein Kunde in einem Monat keinen Umsatz hat – nun: nur wenn Daten vorhanden sind), Attribute Hierarchy Designer und Writeback.

Reporting Services: Engine verbessert, nun auch ohne IIS, bessere Layout-Möglichkeiten, Export nach Word, neues Control Tablix (Tabelle + Matrix; damit Dynamische Spalten + Statische Spalte, z.B. für Abweichung berechnen, etc.), Office Integration in Excel und Word, Report Builder.

Das Fazit: SQL Server 2008 bietet viele neue und sinnvolle Funktionen und noch bessere Performance!

Beitrag von Toni Pohl