script_center Langsam wird die neue PowerShell immer populärer. Im Windows Server 2008 ist die PowerShell bereits in der Evaluation Version inkludiert. Für alle anderen Windows Betriebssysteme muss die PowerShell 1.0 heruntergeladen und installiert werden (Voraussetzung ist nur das Vorhandensein des .NET Framework 2.0).

Seit Ende Jänner ist die finale Version verfügbar, nun gibt es seit dem 31. Juli für die Benutzer der MUI Versionen von Windows XP und Windows Server 2003 eine PowerShell Version für x86, x64 und Server IA64 hier zu laden. (Hinweis: Die MUI Language Packs laufen nur unter den MUI Versionen von Windows. Zuerst muss die englische Version der PowerShell 1.0 installiert werden und danach das Language Pack for Windows PowerShell 1.0.)

Die PowerShell arbeitet vollständig objektorientiert. Wie bei anderen Shells gibt es eine Pipeline, in der Ergebnisse von Befehlen an andere Kommandos weitergegeben und weiterverarbeitet werden können.

Für alle jene, die sich die PowerShell noch nicht angesehen haben und einmal selbst drauflosprobieren wollen hier eine Quick-Start-Anleitung für das schnelle Erfolgserlebnis.

Nach dem Download erfolgt die Installation zügig:

powershell-install-1 powershell-install-2

Der Aufruf der PowerShell erfolgt einfach über den Pearl-Button und Aufruf der PowerShell (C:\WINDOWS\system32\WindowsPowerShell\v1.0\powershell.exe):

powershell-start

Und schon geht´s los mit einfachen Kommandos:

get-process

powershell-demo-1

Die PowerShell besitzt vielleicht den Charme der Eingabeaufforderung, bietet unter der Haube aber ein völlig neues Konzept der Administration von Windows-Rechnern und eine neue, zusätzliche Plattform der Automation.

Beim Aufruf von Scripts lauert ein Stolperstein: Das gewohnte Ausführen von Scripts mit der Erweiterung .ps1 öffnet bei Ausführung das Script im Notepad und startet nicht (wie vielleicht von Windows Scripting Host gewohnt) das Script!

Als Abhilfe hier nun die Schnellanleitung zum Handling und Testen eines einfachen Scripts in der PowerShell:

Zuerst wird (außerhalb der PowerShell) ein neues Textfile mit Notepad mit einer Zeile (zur Anzeige der Betriebssystem-Version mit gwmi win32_operatingsystem) erstellt:

powershell-script

Das File wird in C:\Script\test1.ps1 gespeichert. Nun, wie wechselt man (in der PowerShell) das Verzeichnis?

cd C:\Script
dir

Microsoft hat übrigens auch Altbewährtes - Flashback! ;-) - aus einer anderen Welt übernommen: pwd, chdir, ls, ...

Logisch erscheint, nun einfach das Script test1.ps1 aufzurufen...

powershell-demo-4

Das klappt aber so noch nicht. Warum? Die PowerShell verwendet eine "excution policy", welche verhindert, dass nicht signierte Scripts aufgerufen werden (versuchen Sie mal Get-ExecutionPolicy um anzusehen welche Policy eingestellt ist oder Get-Help About_Signing).

Das bedeutet, wir stellen mal die Policy auf "RemoteSigned" ein:

Set-ExecutionPolicy RemoteSigned

Neuerlicher Aufruf von test1.ps1... es klappt noch immer nicht. Durch das Ändern der Policy ist es möglich, Scripts aufzurufen. Allerdings - obwohl wir uns im richtigen Verzeichnis befinden - behandelt die PowerShell Pfade anders als gewohnt. Das bedeutet, es muss immer der Pfad zum Script mit angegeben werden:

C:\Script\test1.ps1
(oder kürzer mit ".\":)
.\test1.ps1

Nun funktioniert der Aufruf!
powershell-demo-5

Wenn C:\Script im PATH vorhanden ist, kann die Pfadangabe entfallen. Um den aktuellen PATH auszugeben, verwenden Sie beispielsweise $env:path und zerlegen diesen mit Split(";") nach dem Trennzeichen ";" in einzelne Elemente:

$a = $env:path; $a.Split(";")

Hinweis: $-Zeichen definieren übrigens Variablen. D.h. $a wird der Environment-Variable zugewiesen und gibt im zweiten Teil die Variable aus. Nachdem es sich um .net Objekte handelt, sind deren Eigenschaften und Methoden (wie hier .Split verwendbar). Dies ist auch die Stärke der PowerShell, dass fast alle .net-Objekte verwendbar und "pipe-able" (weiterverwendbar) sind.

Um dem PATH eigene Verzeichnisse hinzuzufügen verwenden Sie:

$env:path = $env:path + ";c:\scripts"

Achja noch ein Tipp: Bei Script-Aufrufen in Pfaden mit Leerzeichen muss der Pfad - wie gewohnt - in "C:\Mein Script\test1.ps1" eingefasst werden UND dieser "String" mit dem & - Zeichen als Call-Operator aufgerufen werden:

& "C:\Mein Script\test1.ps1"

Und wie kann man nun ein PowerShell-Script außerhalb der PowerShell aufrufen? Die Lösung ist einfach:

powershell-demo-6

Aufrufen der PowerShell mit dem Script (und der optionalen Anweisung -noexit, damit die PowerShell geöffnet bleibt):

powershell.exe -noexit c:\script\test1.ps1

powershell-demo-7

Das wars! Mit diesem Handwerkszeug steht die Basis zum Experimentieren mit PowerShell Scripts bereit und die Fülle an bereits verfügbaren Scripts kann getestet und angepasst werden.

Das Windows PowerShell Owner’s Manual liefert die ersten Informationen zur Verwendung der PowerShell, das Windows PowerShell 1.0 Documentation Pack eine Getting Started-Dokumentation.

Zum Einstieg empfehle ich u.a. die Links Scripting with Windows PowerShell im Microsoft Script Center und das Blog des PowerShell Teams sowie den Download des Windows PowerShell Graphical Help File (PowerShell.chm).

Es gibt auch bereits eine deutschsprachige community mit einem Angebot an News, Informationen, Blogs und Tutorials.

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Entdecken der Fähigkeiten der PowerShell und beim Scripten!

Beitrag von Toni Pohl